Großer Frauentag – Heute beginnen die „Frauendreißigst“

rosmerta

Rosmerta – Keltische Erd-. und Blumengöttin

Heute, am 15. August feiern wir den Großen Frauentag. Diesen kennen viele nur mehr im christlichen Zu­sammen­hang, näm­lich als Mariä Himmelfahrt. Seine Bezeichnungen und auch die ande­ren Namen dieses Tages wie „Maria Würz­weih“ oder „Büschel­frauen­tag“ verweisen na­türlich auf viel ältere Tra­ditio­nen. Vielfach wird daher auch heute in ländli­chen Gebieten nicht von Mariä Himmel­fahrt son­dern aus­schließ­lich vom den Frauen­tag ge­spro­chen. Mitten in der Ern­te­zeit wurde seit jeher die große Erd­göt­tin ge­feiert, die sich jetzt so üp­pig verschenkt.

Wie so oft hat sich die katholische Kirche mit „Mariä Himmelfahrt“ auf einen ganz alten Los- und Feiertag im Jahreslauf gesetzt, um diesen mit christlichen Werten zu besetzen. Die Himmelfahrt der christlichen Gottesmutter steht natürlich nirgendwo in der Bibel und ist erst 1950 von der katholischen Kirche als “unfehlbares” Dogma erklärt worden.

Astronomisch geht am 15. August der Ährenstern „Spika“ aus dem Sternbild der Jungfrau in den morgendlichen Sonnenstrahlen unter. Das ist ein besonderes Zeichen: Im alten Ägypten war das Sternbild Jungfrau das Sommersternzeichen, das nachts vom Himmel dominant herunterstrahlte und als Himmelkönigin, als Magna Mater bezeichnet wurde, welche die Ähre (Spika) als Zeichen der Fruchtbarkeit in der Hand hält. Daher wurde am 15. August der Geburtstag der Isis gefeiert. Sie war die Große Mutter und Königin des Himmels, die in vielen Formen ihrer Verehrung Vorbild für die christliche Maria war. In Griechenland haben wir das Bild der Demeter mit der Ähre. Mit dem willkürlich gesetzten Datum von Mariä Himmelfahrt am 15. August verlischt dieses Jungfrau-Sternbild in den Strahlen der aufgehenden Sonne. Am 8. September, dem „Kleinen Frauentag“ oder im katholischen Sinne „Mariä Geburt“ taucht die Spika, der Ährenstern wieder auf der anderen Sonnenseite auf.

Jetzt ist vor allem die Zeit, in der Kräu­ter gesam­melt werden, be­vor sie ab­blühen und ver­wel­ken. Die Kräu­ter und speziell die Heil­kräuter wur­den schon immer als besonderes Ge­schenk und Gabe der Göttin erach­tet. Sie ha­ben nun die gan­ze Son­nen­kraft ge­spei­chert, die den Men­schen als Ge­würze, Tees, in Tink­turen oder als Beigabe zu Sal­ben über den Win­ter helfen.
Das war ein kost­bares Gut, de­ren Ern­te tra­di­tionell den Frauen ob­lag. Und natürlich wurden diese auch mit spe­ziel­len Riten und Bräuchen geweiht.
Das Sammeln be­ginnt schon am Vor­abend des 15. Au­gust. Mädchen und Frauen ma­chen sich auf den Weg, durch­streifen Wie­sen und Wäl­der und fül­len ihre Schür­zen oder Kör­be mit diesen Wun­der­kräu­tern.

Maria-verkleinert

Maria – christliche Muttergöttin

Jetzt beginnt auch eine hohe Zeit der Frauenkraft – der „Frauendreißigst“.
So wird die Zeit zwi­schen dem „hohen“ oder „Großen Frauen­tag“, dem 15. August und dem „Kleinen Frauen­tag“, dem 8. September bezeichnet. Im christ­li­chen Zusammenhang ist dies die Zeit zwi­schen Mariä Himmelfahrt und Mariä Ge­burt. Es sind dies mehr oder weniger 30 Tage (je nach Enddatum, weil diese Zeitspanne auch am 12. oder 15. September enden kann). Auf jeden Fall ist Mitte September definitiv der Sommer vorbei und auch die Kräuter verlieren ihre Kraft. Daher auch die alten Sprichwörter:

„Zu Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.“  (8. September)
„An Mariä Namen sagt der Sommer Amen.“ (12. September)

Vielfach neh­men sich in die­ser ar­beits­rei­chen Ern­tezeit die Frauen wäh­rend der gan­zen „Frauen-Dreiß­gen“ die Zeit, die heil­sa­men Blu­men und Kräu­ter zu sam­meln, wenn auch der Blü­ten­stand mit der vorrü­cken­den Herbst­zeit täg­lich klei­ner wird.
In der Zeit bis zum Klei­nen Frauen­tag werden die ge­sammel­ten Kräu­ter und Blu­men in „Bü­schel“ zu­sam­men­gebunden – daher auch Frauenbüscheltag“. Die damit zusammenhängende Kräuterweihe, die viele nur im katholischen Sinne kennen, ist natürlich viel älter als der Marienglaube und sogar wurde im Jahr 745 von der Kirche als „heidnisch“ angesehen und daher verboten. Da die Riten, die mit den alten Göttinnen in Verbindung stehen, nie ganz ausgelöscht werden konnten, haben die Kirchenväter schließlich beschlossen, die Kräuter zu Ehren der Maria zu weihen.

kräuter zum trocknen

Wieviele ver­schie­de­ne Pflanzenarten ein sol­cher Strauß bein­hal­ten soll, da­rüber gibt es unter­schied­liche Über­lie­fe­run­gen. Ebenso wie die In­ter­pre­ta­tion von der Wirkung von „ma­gi­schen Zah­len“, die dem Kräu­ter­bü­schel ihre ganz be­sondere Kraft verlei­hen sol­len.
7 Kräuter sol­len es min­des­tens sein – so sagt der Volks­glau­be; man kennt auch Kräuter­bü­schel mit 9, 12, 13, 15 und 19 Kräutern. Mit der Zeit er­höh­te sich die Zahl so­gar auf 66, 72, 77 oder 99. Natürlich kommt auch hier die Zahl 30 oder 33 vor. Sozusagen als Po­ten­zie­rung der „hei­li­gen 3“ – das Sym­bol für die drei­fa­che Göttin, in ih­ren As­pek­ten als weiße, ro­te und schwar­ze Kraft. Dies al­les sind alte „ma­gi­sche Zauberzahlen“, deren ri­tuelle Ver­wen­dung sich bis in baby­lo­nische und assy­ri­sche Zeit zurück­ver­fol­gen lässt. Auch an der Art, wie und wo­mit die Sträuße ge­bun­den sind, wird viel­fach eine ma­gi­sche Wir­kung zu­ge­schrie­ben. Auch hier gel­ten „ma­gi­sche Zah­len“.
Wie oft der Bu­schen um­wun­den wird, soll dessen Wir­kungs­weise be­ein­flus­sen. So kann ein dreifach ge­bun­dener Strauß die Ener­gie der dreifachen Göttin, al­so die wei­ße, die rote und die schwar­ze Kraft bedeu­ten. Vier Mal umwunden kann die Ele­men­te bzw. alle Himmelsrich­tun­gen her­bei­rufen, 5 Mal die „Quint­es­senz“ bzw. die Kraft des Pen­ta­gramms. Jede Frau hat ja da ihre eige­nen zah­len­magischen Inter­pretationen bzw. ein­fach auch Lieb­lings­zahlen, zu de­nen sie ein gu­tes Ge­fühl hat.
Mit Wünschen und Zau­ber ver­se­hen und ge­weiht werden sie zu „ma­gi­schen Sträu­ßen“.

Welche Pflanzen, Kräu­ter und Blumen für die­se Bu­schen gepflückt und ver­wen­det wer­den, ist in den einzelnen Regio­nen ganz un­ter­schied­lich. Hier spielen na­tur­gemäß die je­wei­li­gen kli­matischen bzw. land­schaft­lichen Ver­hält­nis­se eine große Rolle. Grundsätzlich kann na­tür­lich alles genommen werden, was man an Hei­lendem und Schmücken­dem in Wald und Flur oder auch im heimi­schen Garten fin­det. Interessant ist es, beim Pflücken ein­fach intui­tiv vorzugehen und erst nach­her mit­tels eines Kräu­terhandbuches zu schauen, von wel­chen Pflanzen man ange­zo­gen wurde und welche hei­lenden und magi­schen Kräfte ihnen zuge­schrie­ben werden.
Die Auswahl ist also groß: In diesen „Frauen-Dreißi­ger-Sträu­ßen“ finden wir traditionell vor al­lem Johannis­kraut, Bei­fuß, Weg­wart, Him­mel­brand, Frauen­schuh, Arni­ka, Mohn, Rau­ten, bren­nen­de Lieb, Wer­mut, Wohl­ge­mut, Mut­ter­kraut, Sinn­grün, Tau­send­gul­den­kraut, Ka­mil­le, Rain­farn, Eisen­kraut, Schaf­gar­be und Kar­ben­del­kraut.
Im Zentrum des Strau­ßes steht oft eine Kö­nigs­kerze, eine Pflan­ze, die nur an den sonnig­sten, wärmsten und trockensten Plätzen zu fin­den ist. Auch Stech­apfel, Edel­weiß, Son­nen­blu­men und gelbe Ringel­blu­men, Wie­sen­knopf, Schwarzer Ho­lun­der, Brombeere und gele­gent­lich Ba­sili­kum, Kamil­le, Thy­mian, Bald­rian, Oder­men­nig, Klee, Alant und die ver­schie­de­nen Getreide­arten wer­den dazu ge­bun­den.

RosenRosen und Lilien werden oft im christlichen Sin­ne da­zu­ge­fügt, weil der Legende nach der Öff­nung der Grab­stätte Ma­riens nur diese Blu­men ge­funden wur­den und die Apos­tel daraus ge­schlossen ha­ben, dass die Mutter­göt­tin in den Him­mel aufge­fahren ist. Dieses Mysterium wird ja zu Mariä Himmelfahrt gefeiert. Statuiert wurde dieser Feiertag im 5. Jahrhundert durch Cyrill von Alexandrien. 1950 erließ Papst Pius XII. ein Dogma, dass die Geschichte von der Heimholung Marias für alle Zeiten bestätigte.
Allerdings geht der Glaube an die leibhaftige Aufnahme Mariens in den Himmel auf alte Legenden zurück und ist an keiner Stelle in der Bibel belegt. Es gibt hier zwei Varianten: Bei der Öffnung des Grabes von Maria sollen die Apostel statt des Leichnams eben nur noch duftende Rosen und Lilien vorgefunden haben, bzw. soll in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, dem Grab ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen sein.

juno

Juno – Liliengöttin der parthenogenetischen Kraft

Allerdings sind die­se Blu­men na­türlich auch ein Hinweis auf viel ältere Göt­tin­nen. So ist die Lilie immer ein Symbol der par­the­no­ge­ne­ti­schen Kraft – der Fä­hig­keit einer Frau oder Göt­tin aus sich selbst heraus ohne männ­li­chem Zutun zu gebären, was ja im Chris­ten­tum als „jung­fräu­liche Ge­burt“ inter­pre­tiert wur­de. Die Blu­me wurde unmittelbar von der rö­mischen Göt­tin Juno auf Maria über­tragen.
Daher er­innert die Lilie in einem Kräuter­bü­schel nicht nur an das Grab Mariens sondern vor allem an die große eigen­ständige weib­li­che Schöpfungs­kraft!

Die Kräuter haben die gan­ze Sonne in sich ge­spei­chert und werden in den kommen­den Monaten vor allem auch als Heil­kräu­ter verwen­det oder wei­ter­ver­ar­beitet – als Bei­ga­ben in Tees, Tink­tu­ren oder Salben. Früher waren diese eine Art traditio­nel­le „Win­ter­apo­the­ke“, weil für jedes Weh­weh­chen das rich­ti­ge Kraut bein­haltet war.

hanging fresh herbsIm Volks­glau­ben sollen diese Kräu­ter vor al­lem auch ge­gen Gewitter hel­fen. Wenn Blitz und Ha­gel­schlag droht, holt die Haus­mutter Weihe­kräu­ter vom Dach und wirft sie in die Herd­flamme. Hier gibt es je nach Re­gion na­tür­lich ver­schie­dene Va­rian­ten. So wer­den im Tiro­ler Eggen­tal, die ge­dörr­ten Kräuter in einer Glut­pfanne ver­brannt, die auf die Schwel­le der Haustüre ge­stellt wird. An­geb­lich ist das sehr wirk­sam: Be­richten zu­folge soll „so­fort der Ha­gel auf­hören und in Regen überge­hen“.
Neuge­borene (und den Be­ginn neuer Projek­te) seg­net man im Volksglau­ben mit dem Kräu­ter­was­ser der in den Frauen-Dreiß’gern gepflück­ten und geweihten Kräutern.
Wenn jetzt im katholi­schen Zu­sam­menhang zu Mariä Himmelfahrt Kräu­ter ge­weiht wer­den, so ist der Ursprung viel älter. Die Kräu­ter­bu­schen wa­ren vermutlich „Lebens­ruten“, deren Berüh­rung die Frucht­bar­keit ­spen­den­de und heilen­de Kraft der Vege­ta­tion auf die Menschen über­tra­gen sollte.

Seltsam mutet uns auch das Sam­meln der so­ge­nannten „Dreißgen-Höp­pin­nen“ in dieser Zeit im Jahr an. Kamen den Frauen während des Kräuter­sam­melns Krö­ten unter, dann wur­den die­se ge­fan­gen, bei leben­di­gem Leibe auf­ge­spießt und an­schlie­ßend ließ man die ar­men Tiere am Dach von der Son­ne aus­dörren. Ganz beson­ders wirk­sam soll eine spe­ziell ge­fleckte Art die­ser Krö­ten ge­we­sen sein. Die ge­trock­ne­ten Tiere werden an die Türen der Ställe und Senn­hüt­ten als Schutz gegen bö­se Ein­flüsse ge­nagelt.
Vielfach wurden sie zu­vor auch als Zutat in die „Weihbüschel“ ge­tan, weil durch die Seg­nung die Wir­kung verstärkt werden soll­te. Werden – wie es halt jetzt üb­lich ist – die Kräuter­bü­schel nicht von den Frauen selbst geweiht, son­dern überlässt man diese Ze­re­mo­nie dem Pfarrer in der Kir­che, dann müs­sen die Krö­ten al­ler­dings heim­lich in den Büscheln ver­steckt werden.
Das hat auch sei­nen guten Grund: Kröten ha­ben eine star­ke weib­li­che Sym­bol­kraft: Sie ste­hen in vie­len Kul­turen für die Ge­bärmutter, die Vul­va, bzw. allge­mein für die weib­lichen Ge­schlechts­or­ga­ne oder für einen Fö­tus. Und was kann das „Bö­se“ bes­ser von Haus, Hof und Stall ab­hal­ten, als das ur­weib­li­che Sym­bol, aus dem neues Leben entsteht. Darüber hinaus sind Kröten mit ih­rem Le­bens­raum dicht auf der Er­de, im Was­ser und im Schlamm Sinn­bild für das erdige weib­liche Ele­ment.
Im Gegensatz dazu ste­hen in der christ­lichen Iko­nogra­phie oft Eid­ech­sen bzw. Sala­man­der. Sie lie­ben die Son­ne und damit das „gött­li­che Him­mels­ele­ment“ und können die­sem auch flink ent­ge­gen klet­tern, wäh­rend Krö­ten mit der Erde ver­bun­den blei­ben. Abbilder die­ser Tie­re fin­den wir oft in Kirchen, so z.B am Hand­lauf der Kan­zel des Wie­ner Ste­phans­doms, auf dem Eid­ech­sen und Krö­ten ein­an­der be­kämpfen. Sie sol­len nicht nur den ewigen Kampf zwi­schen Gut und Böse dar­stellen, die männ­lich-gött­li­chen Eidech­sen, die sich in die Krö­ten ver­bei­ßen, sollen die­se da­ran hin­dern, hi­n­auf zum pre­di­gen­den Pfar­rer zu ge­lan­gen, um ihn vom „bö­sen Weib­li­chen“ zu be­wah­ren.
Wir können davon aus­gehen, dass Frauen um die ma­gi­sche Wir­kung der Kröten gewusst ha­ben. Und so man­cher Pfar­rer würde er­schau­dern, wenn er wüss­te, was er da ver­steckt im Kräu­ter­bü­schel mit­ge­weiht hat.
Selber schuld, Kräu­ter­wei­he gehört nun mal in die Hän­de von Frauen!

Eier im StrohDie Bezeichnung Frauen­tage kom­men u.a. auch in alten his­to­rischen Koch­bü­chern vor: Die an den „Frauen­tagen“ zwi­schen 15. Au­gust und 8. Septem­ber von den Hüh­nern ge­leg­ten Eier werden auch „Frauen­eier“ ge­nannt. Besonders gelagert sollen sie bis Weih­nachten haltbar sein.
Hier der Auszug aus dem berühm­ten Koch­buch von Katha­rina Prato „Süd­deut­sche Kü­che“ 1858:
„Zwischen den Frauen­tagen (15. August und 8. September) werden alle Eier für den Winter auf­geho­ben, man legt sie meistens in Ge­trei­de, Hirse und dgl. oder in ge­sieb­te Asche ein, dass sie nicht ein­an­der berühren, mit den Spitzen auf­wärts und stellt sie an einen küh­len Ort.“

Offenbar um Ma­ria im Himmel ein Stück nä­her zu sein, gibt an diesem Tag auch zahl­rei­che Berg­mes­sen auf den Almen. Die Men­schen ge­hen an diesem Tag nicht in die Kirche son­dern kom­men zusam­men, gehen gemein­sam auf den Berg und feiern dort hoch oben eine Mes­se und sitzen anschlie­ßend noch ge­müt­lich bei­sam­men.
Aber auch das ist keine christ­li­che Erfindung:
Berg­be­stei­gun­gen in den frü­hen Mor­gen­stunden gehören seit al­ters­her zu Lugnasad (dem Jahreskreisfest Anfang August), um die Son­ne (den Licht­gott Lugh) beim Auf­gang auf den Gip­feln zu begrü­ßen. Vermutlich ging es ur­sprüng­lich darum, die Son­ne gnädig zu stim­men für eine reiche Ern­te.
Von diesen Bergmes­sen kön­nen wir auch an­nehmen, dass sie in ihren kultischen Wurzeln auch auf die Ver­ehrung der Berggöttinnen hin­weisen, wie z.B. der Saligen Frauen, der Percht oder der Tiroler Frau Hitt. Diese alten Berg­mütter sind es ja auch, die im Volks­glau­ben das „Wetter machen“, daher war es gera­de zur Erntezeit wichtig, sich ihres Wohl­wol­lens zu versichern.

Mehr zu den Bräuchen und Frauenritualen im August sind im artedea-E-Book
“Das Fest der Fülle und der Ernte”
sowie im Kräuterbuch: Heilwurz und Zauberkraut: Die Sonnenkräuter“

Mehr Informationen zu den erwähnten Göttinnen:
Demeter
Frau Hitt
Isis
Juno
Maria
Percht
Salige Frauen

Bildnachweis:
artedea.net
fotolia

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3 Antworten zu Großer Frauentag – Heute beginnen die „Frauendreißigst“

  1. Roswitha Haala schreibt:

    Danke Andrea!
    Und hier Anmerkungen von mir:“Kamen den Frauen während des Kräuter­sam­melns Krö­ten unter, dann wur­den die­se ge­fan­gen, bei leben­di­gem Leibe auf­ge­spießt und an­schlie­ßend ließ man die ar­men Tiere am Dach von der Son­ne aus­dörren. Ganz beson­ders wirk­sam soll eine spe­ziell ge­fleckte Art die­ser Krö­ten ge­we­sen sein. Die ge­trock­ne­ten Tiere werden an die Türen der Ställe und Senn­hüt­ten als Schutz gegen bö­se Ein­flüsse ge­nagelt.“ Das ist für mich kein matriarchaler Brauch, gerade weil: “ Kröten ha­ben eine star­ke weib­li­che Sym­bol­kraft: Sie ste­hen in vie­len Kul­turen für die Ge­bärmutter, die Vul­va, bzw. allge­mein für die weib­lichen Ge­schlechts­or­ga­ne oder für einen Fö­tus.“ Deswegen nicht „aufspießen, ausdörren, festnageln“! Dies er – innert mich arg an die Hexenverfolgung.
    „Und was kann das „Bö­se“ bes­ser von Haus, Hof und Stall ab­hal­ten, als das ur­weib­li­che Sym­bol, aus dem neues Leben entsteht.“ Dieses „urweibliche Symbol“ lässt sich stattdessen aufmalen, an-/aufformen etc..
    „Darüber hinaus sind Kröten mit ih­rem Le­bens­raum dicht auf der Er­de, im Was­ser und im Schlamm Sinn­bild für das erdige weib­liche Ele­ment.“, das es zu würdigen, zu feiern und nicht zu ermorden gilt.

    „Im Gegensatz dazu ste­hen in der christ­lichen Iko­nogra­phie oft Eid­ech­sen bzw. Sala­man­der. Sie lie­ben die Son­ne und damit das „gött­li­che Him­mels­ele­ment“ und können die­sem auch flink ent­ge­gen klet­tern, wäh­rend Krö­ten mit der Erde ver­bun­den blei­ben.“ Nur weil patriarchale Christen sich wie im Alten Ägypten die Sonne einverleib(t)en, ist die Sonne noch lange nicht mutiert weiblich, sprich „männlich“. Sie ist und bleibt das göttinnenliche Himmelselement. Gleicht der Eizelle.
    „Abbilder die­ser Tie­re fin­den wir oft in Kirchen, so z.B. am Hand­lauf der Kan­zel des Wie­ner Ste­phans­doms, auf dem Eid­ech­sen und Krö­ten ein­an­der be­kämpfen. Sie sol­len nicht nur den ewigen Kampf zwi­schen Gut und Böse dar­stellen, (…)“ Das ist eine männliche Kopfgeburt alla Zeus.
    „(…) die männ­lich-gött­li­chen Eidech­sen*, die sich in die Krö­ten ver­bei­ßen, sollen die­se da­ran hin­dern, hi­n­auf zum pre­di­gen­den Pfar­rer zu ge­lan­gen, um ihn vom „bö­sen Weib­li­chen“ zu be­wah­ren.“ Das ist krank und er – innert ebenfalls an sexuell gestörte Männerphantasien voller Projektionen wie z.B. aus dem „Hexenhammer I“ (1487). Dessen Co-Autor Jakob Sprenger auf S. 98 f.:
    “ (…) und Sprüche 11 heißt es, gleichsam das Weib beschreibend: Èin schönes und zuchtloses Weib ist wie ein goldener Reif in der Nase der Sau`. Der Grund ist ein von der Natur entnommener: weil es fleischlicher gesinnt ist als der Mann, wie aus den vielen fleischlichen Unflätereien ersichtlich ist. Diese Mängel werden auch gekennzeichnet bei der Schaffung des ersten Weibes, indem sie aus einer krummen Rippe gleichsam dem Manne entgegengeneigt ist. Aus diesem Mangel geht auch hervor, daß, da das Weib nur ein unvollkommenes Tier ist, es immer täuscht. (…) Schließen wir: Alles geschieht aus fleischlicher Begierde, die bei ihnen unersättlich ist. Wie das Buch der Sprüche sagt:`Drei sind`s, die niemals satt werden, und vier, die sprechen nie: Genug`Die Unterwelt, verschlossener Mutterschoß, die Erde, die des Wassers niemals satt, das Feuer, das nie spricht:`Genug!` Darum haben sie auch mit den Dämonen zu schaffen, um ihre Begierden zu stillen. (…) Psychisch kranke Sprenger-Projektionen, wie es Porno-Anhänger und Biologie-Wissen – „Rippchen“ (y-Chromosomen) beweisen.

    Be – merkens – wert auch: (Gen. I, 2,22-24) „(…) verarbeitete die Rippe, die er von Adam genommen hatte. Und Adam sagte:`Dies ist nun Knochen von meinen Knochen, Fleisch von meinem Fleisch, diese wird Mannfrau (Virago) genannt, da sie vom Manne genommen ist (…)“ Heijei, Vernunft!!! Mutterleib so hold und warm, köstlich beköstigend! Wenn sie nicht zur patriarchalen Trauma-Station wird… (Gewalt, Krieg, Überbevölkerung, Verseuchung etc.).

    *Ich finde die Stelle jetzt nicht, aber so wie die „Eidechsen männlich-göttlich“ vereinnahmt wurden, so wurde „Diana mit ihrer wilden Frauenschar“ zum „männlichen Teufel“ umfunktioniert. Der Christengott und seine Vertreter brauchten einen „männlichen“ Gegenspieler. Diana sollte vergessen werden.

  2. maribar24 schreibt:

    Vielen Dank, liebe Roswitha für diesen wichtigen Kommentar.
    Andrea von artedea

  3. Pingback: Kleiner Frauentag – Geburt einer Muttergöttin | Oh Göttin

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