Die Nacht der Hekate

Hekate

In der Nacht des 16. Novembers wird traditionell die griechischen Göttin Hekate gefeiert.

Hekate ist eine der am meisten missverstandenen Göttinnen der Antike, um die sich viele Fehlinterpretationen und Fehlinformationen ranken. Sie wird meist auf ihren dunklen Aspekt der alten Frau an den Wegkreuzungen reduziert. Ihre ursprüngliche Rolle war jedoch sehr viel umfassender. Sie war eine „Große Göttin“, die Mondmutter, Himmelskönigin, Mutter allen Lebens und sie repräsentiert eine der ältesten Versionen der dreifachen Göttin.

Im alten Griechenland war Hekate einer der vielen Namen für die ursprüngliche weibliche Trinität, die über den Himmel, die Erde und die Unterwelt herrschte.

Hekate – so war man von der Antike bis ins Mittelalter überzeugt – ist bei allen Veränderungen anwesend.

Sie öffnet uns die Tore ins Leben, behütet und beschützt alle wichtigen Übergänge die das Leben mit sich bringt von Wachstum, Reife, Alter bis hin zum Tod und wieder in ein neues Leben. Sie wacht über die Pforten zwischen den Welten und kann uns nicht nur helfen, Pforten in neue Lebensumstände zu öffnen sondern auch die Pforten zu schließen, wenn wir Dinge hinter uns lassen wollen.

Diese beiden großen Schwellenübertritte im Leben eines Menschen sind die Zeit höchster Offenheit. Alle drei Welten (Himmel, Erde und „Unterwelt“) stehen gleichsam zur Verfügung und bergen Gefahren für die Seele des Menschen. Dies geschieht auch bei den Schwellenübergängen von einer Lebensphase in die nächste. In diesen Zeiten haben Menschen oft das Gefühl, als würden Krisen und Depressionen sie verschlingen. Und da hat man früher auf den Schutz und das Geleit der Hekate gezählt, die oft mit 2 Fackeln gezeigt wird, mit denen sie den Weg durch die Dunkelheit erhellt.

Als „Hekate der drei Wege“ kann sie gleichzeitig in drei Richtungen schauen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Hekate wird daher von Frauen besonders gerne um Unterstützung gebeten, wenn diese an „Wegkreuzungen“ ihres Lebens angelangt sind und sich entscheiden müssen, welcher Weg nun eingeschlagen werden soll.
Sie lehrt die Weisheit, Dinge hinter sich zu lassen, Altes abzuschließen um Neues beginnen zu können.

Seit jeher wird sie daher besonders an dreigabeligen Wegkreuzungen verehrt. Geschenke für die Göttin oder Statuen von ihr findet man noch heute auf Altären am Wegesrand, auf Friedhöfen sowie bei Hauseingängen und Türschwellen.

Als ihr großer Festtag – oder eher Festnacht gilt der 16. November oder auch die Nacht des November-Neumonds, das ist heuer der 22. November.

In dieser Nacht scheint sie besonders auskunftsfreudig. Wenn eine Entscheidung ansteht, dann kann man heute Nacht einmal ausprobieren, mit der Kraft der Hekate Klarheit zu bekommen.

Stell dich auf eine Kreuzung mit 3 Wegen. Bestimme, welche Lösungsmöglichkeit jeder dieser Weg symbolisiert. Bedenke dabei: Es gibt immer (mindestens) 3 Varianten. Wenn du bei einer Entscheidung nur ein „ja“ oder „nein“ ein „für“ oder „wider“, ein „schwarz“ oder „weiß“ hast, dann suche nach der 3. Möglichkeit.

Wenn du diese 3 Varianten hast – diese können sich beim Verweilen am Kreuzungspunkt der Wege erst auch zeigen oder verändern – dann gehe langsam jeden Weg hinein und spüre hin. Eine der „Zauberformeln“ der Hekate ist nämlich Intuition und Bauchgefühl. Gerade bei Krisen- und Übergangssituationen, bei Entscheidungen und den Sprung hinein ins Neue, ins Unbekannte hilft meist nicht Logik und Verstand. Dein Körpergefühl kann dir bei so einem Hekate-Ritual ganz eindeutig vermitteln, welcher Weg der stimmigste ist.

Wenn du magst, kannst du dir auch Fragen stellen (Beispiele für Fragen der Hekate findest du untenstehend, du kannst sie ausschneiden und dir in die Jackentasche stecken und jeweils 1-3 Fragen an jedem Weg ziehen).

Die heutige Nacht ist auch ein guter Zeitpunkt, um an Wegkreuzungen kleine Gaben und Speisen für die Göttin zu hinterlassen als Würdigung der “kosmischen Hebamme”.

Aber natürlich kannst du nicht nur die Nacht des 16. Novembers für ein Hekate-Ritual nutzen, sie steht auch an allen anderen Nächten mit ihren Fackeln an den Wegkreuzungen bereit.

Fragen der Hekate:

Wenn du diesen Weg wählst:

Was musst du loslassen / hinter dir lassen?

Was ist das größte Risiko?

Welche Unterstützung brauchst du?

Wer ist davon noch betroffen?

Was bleibt so wie es ist?

Welche deiner Fähigkeiten müsstest du einsetzen?

Welche Verhaltensweise musst du aufgeben?

Was müsstest du tun, damit dieser Weg nicht zum Erfolg führt?

Was wäre der erste Schritt auf diesem Weg?

Wie fühlt sich hier dein Körper an? Welchen Bereich deines Körpers spürst du am stärksten? In welcher Weise?

Woran genau erkennst du, dass dieser Weg der richtige ist? Was fühlst du dabei?

Wann möchtest du am Ziel dieses Weges angelangt sein?

Was macht dich froh?

Was sollst du auf diesem Weg keinesfalls tun?

Wie fühlt sich gerade dein linkes Knie (dein rechtes Ohr, dein Nabel, deine Oberlippe ……) an? Hat es vielleicht eine Botschaft für dich?

Von wem erwartest du was, wenn du diesen Weg beschreitest?

Bleibst du dir hier etwas schuldig?

Kennst du wen, der einen ähnlichen Weg gewählt hat?

Welche Einschränkungen müsstest du hier in Kauf nehmen?

Wer hat einen Vorteil daraus, wenn du diesen Weg nicht wählst?

Brauchst du für diesen Weg Mut?

Was wäre ein Zeichen dafür, dass dieser Weg ein guter ist?

Was genau möchtest du erreichen?

Was ist jetzt gerade für dich wichtig?

Was machst du auf diesem Weg innerhalb der nächsten 48 Stunden?

 

Mehr zu der sehr umfassenden und vielschichtigen Göttin Hekate findest du hier

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5 Antworten zu Die Nacht der Hekate

  1. Zur rechten Zeit das richtige Ritual für mich. Vielen Dank für Deine Anregung.

  2. Roswitha Haala schreibt:

    Danke Andrea!

  3. madameflamusse schreibt:

    ich wäre wirklich froh wenn es diese wunderbaren Inhalte als echte Bücher gäbe, wie wäre es z.B. mit Crowdfunding? Oder ja wirklich mal bei Verlagen vorstellen, gibt doch soviele die auch an solchen Themen interessiert sind, und dann die wunderbaren Bilder dazu ganzseitig, wow 😀

  4. Pingback: Hekate | Schwesternschaft der Rose

  5. Pingback: 16. November: Hekate und die Worte der weiblichen Macht | Oh Göttin

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