Licht, Böden und ein Fisch namens Nase – das wird 2015

Hemera

Hemera – die tägliche Lichtbringerin

Schon die Kalenderwoche 2 im Jahr 2015.
Zeit, um sich einmal jenen Themen zu widmen, die das Jahr 2015 bestimmen werden

Die Vereinten Nationen widmet ja jedes Jahr speziellen, aktuellen und brisanten Themen.
Daher wurde 2015 zum „Internationalen Jahr des Lichtes“ erklärt.
Das Motto lautet „Light for Change – Licht für Wandel“
Da soll zum einen die Bedeutung von Licht als elementare Lebensvoraussetzung für Menschen, Tiere und Pflanzen hervor gehoben, zum anderen auf die Lichtverschmutzung hingewiesen werden.
Früher schaltete man das Licht per Knopfdruck an und aus.

Ganz viel früher, gab es das Sonnenlicht und einmal im Monat eine helle Vollmondnacht. Heute leiden wir an einer Überflutung von Licht, wir können uns gegen das Überangebot von Leuchtkörpern nicht mehr wehren, es liegt schon lange nicht mehr in unserer Hand, es einfach dunkel zu machen (zumindest nicht in den Städten). Der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus kommt uns immer mehr abhanden. Das „Jahr des Lichts“ scheint ein Hinweis dafür zu sein, dass man schön langsam erkennt, dass das uns allen – Menschen, Tieren und Pflanzen – schadet.
Zahlreiche Mythen beschreiben, wie das Licht in die Welt kam, wie eine Göttin jeden Morgen das Licht bringt, das dann ganz selbstverständlich am Abend von ihr oder einer ihrer Schwestern auf vielfältige Weise in Dunkelheit gewandelt wird.
Im Internationalen Jahr des Lichtes sollen einfache Ansätze umgesetzt werden, wie etwa die nächtliche Beleuchtung herunter zu fahren.
Vielleicht hätte dieses Jahr eigentlich doch besser „Jahr der Dunkelheit“ genannt werden sollen.
Ich persönlich habe mit Licht ja so meine Probleme. Das ständige Licht- und Liebe-Wünschen in esoterischen Kreisen nervt mich ziemlich.
Denn: Alles ist aus der Dunkelheit geboren, wir brauchen ganz existenziell den dunklen Mutterschoß, die dunkle Jahreszeit, in der sich alles regenerieren kann, die Nacht, in der wir zur Ruhe kommen können, das Dunkel der Erde, in der gerade die Pflanzen dem Frühling entgegen schlummern.

Die Bedeutung der Böden

norea

Noreia – Die Göttin ist das ganze Land und der nährende Boden

Und damit sind wir schon beim nächsten Thema, denn die UNO hat für 2015 auch das „Jahr des Bodens“ ausgerufen.

Das soll Sensibilisierung für unsere Böden schaffen. Es soll mehr Augenmerk auf die Bedeutung der Böden für unsere natürlichen Ökosysteme, die Landwirtschaft und unsere Nahrungsmittelsicherheit gelegt werden.
Da schau her: Das ist ja ganz was Neues, dass Böden, dass die Erde sehr bedeutsam sind.
Eigentlich bestürzend, dass die UNO das extra hervorheben muss.
Derzeit gehen jährlich etwa 10 Millionen Hektar fruchtbarer Böden weltweit verloren. Und einmal verloren, verbaut verbraucht, braucht es hunderte Jahre, um Böden wider nutzbar zu machen

Frühere (matriarchale) Kulturen haben die Erde, viel mehr das Land auf dem sie lebten und das sie nährte, immer als etwas Lebendiges, Mütterliches anerkannt.
Als das Mutterland zum Vaterland geworden ist, hat sich das verändert.
Die Mythen zahlreicher Erdgöttinnen erzählen vom Reichtum der Böden, von Fruchtbarkeit und Erneuerung, vom Wirken der Naturkräfte.

Der verlorene Lebensraum für Nase, Teufelsabbiss, Feldhase und viele andere

Dass diese Naturkräfte schwer aus ihrer Balance geraten sind, das beweisen die zahlreichen Tiere und Pflanzen, auf die verschiedene Organisationen dieses Jahr besonders hinweisen. Alle sind in ihrem Lebensraum eingeschränkt, gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht.

Mein besonderer Liebling ist die „Nase“. Das ist ein Fisch! Und zwar der Fisch des Jahres 2015.
Er zählt zu den am meisten bedrohten Fischarten. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts galt die Nase noch als Massenfisch. Die fortschreitende Regulierung der Fließgewässer und die Errichtung von Querbauwerken und Stauräumen schränkten die Lebensbedingungen für diese Fischart massiv ein. So können sie ihre Laichgründe flussaufwärts nicht mehr erreichen, auch gibt es kaum mehr Schotterbänke, auf denen sie laichen können. Dadurch wurde die Nasen-Populationen stark dezimiert, mancherorts ist sie sogar gänzlich verschwunden.
Ich muss zugeben, dass ich bis heute nichts vom Fisch Nase gewusst habe. Aber ich möchte keinesfalls, dass seine Art ausstirbt. Also her mit wilden, unregulieren Flussläufen und vielen Schotterbänken.

Von teuflischen Blumen und pflanzlichen Grenzgängern

Auch nicht schlecht: Die Blume des Jahres 2015 ist der „Gewöhnliche Teufelsabbiss“, eine hübsche, blau blühende Wiesenblume. Sie liebt magere und offene Feuchtwiesen, Moore und Heiden. Sowas findet man auch nur mehr selten, daher ist ihr Lebensraum stark bedroht.
Bereits in Handschriften des 15. Jahrhunderts wurden der Teufelsabbiss und seine Heilanwendungen zur Blutreinigung, bei Nierenschwäche sowie bei Bronchitis erwähnt, er dient zudem vielen Blütenbesuchern wie Bienen und Schwebfliegen im Spätsommer als wichtige Nektarpflanze.

Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015 – damit will man darauf hinweisen, dass er immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt ist, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist.

Auch der Pilz des Jahres, die Becherkoralle verliert zunehmend seinen Lebensraum. Der anmutge Pilz erinnert mit seiner Form an Korallen, die wir aus dem Meer kennen. Er wächst auf Bäumen, die bereits abgestorben sind. Diese lagen früher einfach im Wald herum. Doch nun wird der Wald gesäubert, tote Baumstämme abtransportiert und aus ihnen Brennholz gemacht.

Ein wahrer Überlebenskünstler ist der Baum des Jahres 2015 – der Feld-Ahorn.
Er verträgt sowohl stark verdichtete Böden, Ozon, intensive Sonne und Trockenheit als auch wochenlange Überflutungen. Sein Holz wird aufgrund der schmalen Stämme nur selten verarbeitet, aber die Blätter des Feld-Ahorns sind nutzbar: In Notzeiten wurden sie als Sauerkrautersatz verwendet. Besonders gerne hat er als Standort den Waldesrand, also den Übergang von Wald zu Feld.
Weil ich das „Biotop der Übergänge“, in dem so vieles möglich ist, besonders mag, macht mir den Feld-Ahorn als „Pflanze an der Schwelle“ besonders sympathisch.

Die intensive Landwirtschaft mit riesigen Feldern ohne Randstreifen an den Äckern und ohne kleineren Gehölzen schmälern den Lebensraum vieler Tieren, so auch jenen des Feldhasen.
Deswegen ist er auch das Tier des Jahres 2015.

Diese Ehre teilt er sich mit der Ringelnatter, auch ein Tier des Jahres 2015. Sie lebt bevorzugt an Tümpeln, Teichen und Weihern – und auch ihre Lebensräume werden immer weniger.

Ähnlich geht es dem Reptil des Jahres, der europäische Sumpfschildkröte, der auch immer weniger Lebensraum zur Verfügung steht, weswegen ihre Art in Mitteleuropa bedroht ist.

Weitere Pflanzen und Tiere des Jahres 2015 sind:
Der Rittersporn als Giftpflanze des Jahres 2015
Das Johanniskraut als Arzneipflanze des Jahres 2015:
Der Salbei als Duftpflanze des Jahres 2015.
Der Silbergrüne Bläuling als Insekt des Jahres 2015

All diese Pflanzen und Tiere können wir am besten entdecken, wenn wir zu Fuß gehen. Das trifft sich gut, denn 2015 ist auch das „Jahr des Zu-Fuß-Gehens“.

Ist die Spezies „Mann“ bedroht?

Wenn jetzt so viel von eingeschränkten Lebensräumen und bedrohten Arten die Rede ist:
Das US-Magazin „Time“ will das Wort „Feminist“ zum Unwort des Jahres 2015 erklären lassen.
Wohlgemerkt in der männlichen Form! Denn Feministen (wohl auch Feministinnen) stellen angeblich eine Bedrohung für die Spezies Mann dar.
Recht eindrucksvoll bezieht dazu übrigens Beyoncé in ihrem Song „Flawless“ Stellung: „Wir erziehen Mädchen dazu zu schrumpfen, sich kleiner zu machen…Wir sagen ihnen: Hab Ehrgeiz, aber nicht zu viel, versuche, erfolgreich zu sein, aber nicht zu viel, sonst bedrohst du den Mann…
Tja, was sollen wir jetzt zu dieser bedrohten Spezies sagen?
Ich jedenfalls hoffe sehr, dass die Spezies „Feminist“ genügend Lebensraum bekommt, um sich auszudehnen, zu wachsen und zu gedeihen.

Marsala, Armut, Jupiter und Holzschaf

Was uns sonst noch das Jahr 2015 bringt oder bringen soll – bunt gemischt:

Die Farbe „Marsala“, eine Kombination von Weinrot und Braun, wurde zur Farbe des Jahres 2015 gekürt.

2015 ist das Zieldatum zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele zur Reduzierung der Armut in der Welt.

Astrologisch spricht man vom Jupiter-Jahr 2015: Dank Jupiter sollen die Chancen auf viele positive Einflüsse sehr gut stehen. Das kann einzelne Lebensbereiche der Menschen betreffen, aber auch globale Entscheidungen.
Allgemein kann Jupiter Optimismus, Großzügigkeit, Lebensfreude und gute Aufstiegschancen bewirken. Er verstärkt aber auch das Bewusstsein für Ausland, Religion, Gottesbilder, religiöse Führer und Reichtum.
Jupiter geht übrigens auch auf eine Göttin zurück – auf Iuventas, die zum Gott Jupiter vermännlicht wurde.

Laut chinesischem Horoskop wird 2015 vom „Sanften Holzschaf“ regiert – das steht für entspannte Zeiten und soll uns viel Moral, Freundlichkeit und ein friedliches Jahr bescheren.
Schafsjahre sollen, anders als etwa die Jahre des Drachens, traditionell Jahre ohne große Höhen und Tiefen und von langsamem Wachstum geprägt sein. Wir können politisch und privat auf Versöhnung, Verständnis und Mitgefühl setzen.

Es wird also hoffentlich gemütlich und friedlich, dieses Jahr 2015 – das wünsche ich uns allen!

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3 Antworten zu Licht, Böden und ein Fisch namens Nase – das wird 2015

  1. evacornelia schreibt:

    Liebe Andrea, danke für Deinen wunderbaren Blog. Zum Thema Licht und Liebe hatte ich lange Zeit ähnliche Gedanken wie Du. Inzwischen habe ich das für mich so gelöst, daß ich erkannt habe, mit diesem Licht ist nicht das Licht gemeint, das wir mit unseren physischen Augen sehen können wie die Sonne, die Glühbirnen oder Kerzen, sondern das spirituelle Licht, das zusammen mit Liebe, Vergebung und Mitgefühl mitten in ein krankes Organ hineinfließen und es heilen kann. Mit dem spirituellen Auge betrachtet haben alle diese vier Qualitäten eine bestimmte Schwingung, und diese kann auch in der finstersten äußeren Nacht und im Kern von Mutter Erde wirken und harmonisieren. Bei dem Wort „Dunkelheit“ habe ich ebenfalls oft gedacht, das ist eine Abwertung vom Schoß der Mutter, von der Dunkelheit aus der das Leben geboren wird etc, aber auch das ist eine Dunkelheit, die mit dem physischen Auge gesehen oder wahrgenommen wird. Im spirituellen Sinne habe ich gelernt, daß mit Dunkelheit alle Art von Blockaden gemeint sind, die das Leben und die Liebe am Fließen hindern, wie zum Beispiel Schuld, Wertlosigkeit, negative Glaubenssätze und so weiter, und diese können ebenfalls im hellen Sonnenlicht existieren und dort Ungleichgewicht und Krankheit verursachen. Insofern wünsche ich Dir und allen die Du liebst viel Licht, Liebe, Vergebung und Mitgefühl für alle Bereiche Deines Lebens, in allen Jahreszeiten, bei Tag und Nacht, im äußeren Licht sowie in der äußeren Dunkelheit, und ein wunderbares Jahr 2015.

    • maribar24 schreibt:

      Liebe Eva Cornelia,
      danke für deinen Kommentar. Ich verstehe gut, was du meinst. Und natürlich ist es mir klar, dass mit Licht auch so etwas wie Erleuchtung oder spirituelles Licht gemeint ist. Aber ich bin mittlerweile sehr achtsam mit Sprache. Und das pauschale „Licht+Liebe“ ist mir da zu platt.
      Ich mag einfach dieses schwarz-weiß-Denken und die oft ungerechtfertigten Zuordnungen nicht. Wenn wir Blockaden meinen oder negative Glaubenssätze oder alles, was uns am freudigen Lebendigsein hindert, dann wäre es gut, das alles auch als solches zu benennen. Und nicht einfach das Vokabel Dunkelheit drüber zu stülpen. Oder Schatten – auch so ein „Unwort“ in psychologisch-spirituellen Kreisen.
      Wie sehr liebe ich den Schatten, wie ginge es uns, wenn wir bei glühend heißer Sonne (ja – ganz vieeel LICHT) nicht in den Schatten flüchten könnten.

      schwarz-weiß, dunkel-hell = böse-gut
      Das ist für mich eigentlich schon rassistisch und richtet sich gegen alles Erdige, Mütterliche, Geborgene und somit auch gegen die Frauen.
      Dieses ganze nach dem Licht-Streben kommt vermutlich aus einem sehr patriarchalen Gedankengut von Ein-Mann-Gott-Glauben. Alles nur hinauf ins Licht, um ja die Wurzeln zu vergessen, den Boden zu verlieren, wo wir auf Schritt und Tritt der Erd- und Muttergöttin begegnen.
      Mittlerweile ist man ja auch schon draufgekommen, dass Winterdepression nicht von fehlendem Licht herkommt (wie lange angenommen), sondern ganz im Gegenteil, dass Menschen sich nicht der Jahreszeit entsprechend zurückziehen und aus der Dunkelheit neue Lebenskraft schöpfen.
      Und so glaube ich auch, dass Liebe, Vergebung und Mitgefühl mit etwas ganz Zartem beginnt, das den Schutz der heimeligen Dunkelheit braucht, besonders wenn es mitten in ein krankes Organ hineinfließen soll, das ja auch im Dunklen unseres Körpers verborgen ist.
      Und natürlich liebe auch einen strahlend schönen Sonnentag, eine schimmernde Vollmond-Nacht, einen erhellenden Gedanken.
      In dem Sinn wünsche ich auch dir und deinen Lieben für 2015 genau die Licht- und Dunkel-Nuancen, die jeden Moment gerade richtig sind für Gesundheit, Lebenslust und erfreuliches Wachstum.
      Alles Liebe
      Andrea

  2. Roswitha Haala schreibt:

    Herzlichen Dank Andrea! Gerade auch für:“(…) Jupiter geht übrigens auch auf eine Göttin zurück – auf Iuventas, die zum Gott Jupiter vermännlicht wurde. (…)“ Typisch.
    Für mich ist „Jupiter“ ursprünglich Hera, die nie die Gattin von Zeus war (ein Pascha-Märchen)!

    Liebe evacornelia, zu deinem „Im spirituellen Sinne habe ich gelernt, daß mit Dunkelheit alle Art von Blockaden gemeint sind, die das Leben und die Liebe am Fließen hindern, wie zum Beispiel Schuld, Wertlosigkeit, negative Glaubenssätze und so weiter, (…)“ möchte ich darauf hinweisen, dass Sprache prägt. Gerade das Unter_Bewusste. Haften bleibt:“(…) mit Dunkelheit alle Art von Blockaden gemeint sind (…)“ Schon ist Dunkelheit blockig_bockig besetzt. Abgesehen davon, dass die „dunkle Zeit“ von patriarchalen Einbrechern, Bedrohern etc. genutzt wird. Was auch im übertragenen, psycholgischen Sinne stattfinden kann.

    Ich ersetze das für mich matriarchal positive Wort Dunkelheit, bei „Blockaden, die das Leben und die Liebe am Fließen hindern“ durch Düster- bzw. Finsternis. Jemand schaut/blickt/fühlt sich düster oder gar finster… Das ist ein Gemütszustand, der keine gemütlich wohlige Dunkelheit in sich birgt, aufkeimen lässt.
    Herzliche Grüße an beide! Roswitha

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