Herstory – die wichtigen Frauen!

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Wir stehen auf den Schultern unserer Ahninnen

Cherchez la femme!
Frauen haben zur Geschichte und zur Kultur im selben Maße beigetragen wie Männer, aber die männliche Geschichtsschreibung hat den weiblichen Beitrag entweder trivialisiert oder marginalisiert, die Namen und die Leistungen von Frauen wurde geleugnet oder einfach „vergessen“ und sind damit im allgemeinen Bewusstsein ausgelöscht.
Geschichte ist etwas anderes als Geschichtsschreibung, denn diese oblag den (männlichen) Herrschenden und damit ihrer (sehr eingeschränkten) Sicht der Welt.
Oft schien die Geschichte der Frauen den männlichen Historikern schlichtweg unwichtig.

Mit meiner Arbeit mit Göttinnen will ich dazu beitragen, den Anteil und die Leistungen von Frauen ins Bewusstsein zu rufen. Ich bin überzeugt, dass jeder Göttin eine reale Frau (oder eine Frauengruppe) zugrunde liegt, die Herausragendes geleistet hat und so in die Mythen eingegangen ist – zuerst vielleicht als Großmutter, dann als Ahnin bis sie schließlich zur Göttin wurde.
Menschen leiten sich ihr Bild des Göttlichen ja immer aus ihren eigenen Lebenswirklichkeiten ab. Aus diesen weiblichen Figuren können wir „Her-Story“ ableiten und uns zurückholen.
Wenn Frauen nicht gejagt hätten, dann gäbe es keine Jagdgöttinnen, wenn Frauen sich nicht auf die Schmiedekunst verstanden hätten, dann gäbe es keine Schmiedegöttinnen, Göttinnen für Staatsführung, Recht und Gesetze lassen auf Frauen schließen, die dafür in ihrem Volk zuständig waren.
So wie Göttinnen verzerrt, manipuliert, verniedlicht worden sind, so wie ihre Mythen oft ins Gegenteil verkehrt und ihre Leistungen Männern zugeschrieben wurden, so ging es Frauen in allen Zeiten, in denen das Patriarchat die Leitkultur ist.
Daher diesmal keine Göttinnen, sondern zum heutigen Frauentag eine ganz kleine Auswahl von be-merkenswerter Frauen (die irgendwie ja auch „Göttinnen“ sind):

Cécile Vogt – Neurologin und Hirnforscherin, Wegbereiterin für Frauen in der Wissenschaft (1875 – 1962)
Dorothea von Schlözer – erste Frau in Deutschland als Doktorin der Philosophie (1770 – 1825)
Theophanu – deutsche Königin und römische Kaiserin, mächtigste Frau des Abendlandes ihrer Zeit ( 955 – 991)
Phoolan Devi – indische Sozialrebellin, Königin der Banditen (1963 – 2001)
Ida Pfeiffer – Weltreisende, Reiseschriftstellerin (1779 – 1858)
Mileva Maric-Einstein – Herausragende Mathematikerin – Zitat Albert Einstein: „Ich brauche meine Frau, sie löst mir alle mathematischen Probleme“ (1875 – 1948)
Margarete Maultasch – setzte die erste Ehescheidung des Mittelalters durch (1318 – 1369)
Rosa Luxemburg – eine der wichtigsten Vertreterinnen der europäischen ArbeiterInnenbewegung, trat entschieden gegen Militarismus und für Pazifismus ein (1971  – 1919)
Hypatia von Alexandria – spätantike Mathematikerin, Astronomin und Philosophin (355 – 415)
Justine Siegemundin – Hebamme am brandenburgischen Hof, Autorin des ersten Lehrbuchs für Hebammen (1636 – 1705)
Elise Richter – Romanistin, Sprachforscherin und Universitätsprofessorin, habilitierte 1905 als erste Frau an der Universität Wien (1865 – 1943 ermordet im Ghetto Theresienstadt)
Francesca Caccini – italienische Sängerin, Komponistin und Instrumentalistin, gehört zu den PionierInnen der Gattung Oper (1587 – 1640)
Orli Wald – deutsche Widerstandskämpferin, Kommunistin, „Heldin von Auschwitz” (1914 – 1962)
Trotula – Ärztin und Hebamme, schrieb ein Buch, das unter dem lateinischen Titel „De passionibus mulierum“ zu deutsch „Über die Leiden der Frauen“ noch mehrere Jahrhunderte überdauerte (11. Jahrhundert)
Ada Lovelace – Mathematikerin und erste Programmiererin (1815 – 1852)
Ava von Göttweig – erste namentlich bekannte deutschsprachige Dichterin (1060 – 1127)
Phile – griechische Magistratin, war im höchsten städtischen Amt zuständig für den Bau von Reservoirs und Wasserleitungen (1 Jhdt.v.d.Z.)
Sappho – griechische Dichtern (ca. 613 – 580 v.d.Z.)
Jeanne Baret – französische Naturforscherin, umsegelte die Welt verkleidet als Mann (1740 – 1807)
Hedy Lamarr – Schauspielerin und Erfinderin des Frequenzsprungverfahrens, das bis heute in der Mobilfunktechnik eine wichtige Rolle spielt (1914 – 2000)
Caroline Herschel – Astronomin und führende Wissenschaftlerin des 18. und 19. Jhdts. (1750 – 1848)
Hipparchia – Philosophin, stritt für das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung und Bildung (um 340 v.d.Z.)
Auguste Schmidt – Lehrerin und Schriftstellerin, gründete den Allgemeinen Deuschen Frauenbund, setzt sich für die Bildung von Mädchen und Frauenrechte ein (1833 – 1902)
Abigail – kann als erste nachgewiesene Pazifistin und als weiseste Frau des Alten Testaments bezeichnet werden (um 1060 v.d.Z.)
Brigh Brigaid – Rechtsanwältin und Richterin, erließ viele Gesetze, ihre Präzendenzfälle waren Jahrhunderte lang richtungsgebend, besonders für Frauenrechte (um 70 n.d.Z.)
Sojourner Truth – US-amerikanische Frauenrechtlerin und Kämpferin gegen die Sklaverei (1797 – 1883)
Olympe de Gouges – französische Revolutionärin, Frauenrechtlerin und populäre Schriftstellerin ihrer Zeit, forderte Gleichberechtigung in ihrer „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ ein (1748 – 1793 – hingerichtet)
Mirjam – Prophetin, stellte sich gegen ihren Bruder Mose im Streit um dessen alleinigen Führungsanspruch (alttestamentarisch)
Camille Claudel – Bildhauerin und Malerin (1864 – 1943)
Audre Lorde – laut eigener Bezeichnung „black lesbian feminist mother poet warrior“ (1934 – 1992)
Kyniska – erste an Olympischen Spielen teilnehmende Frau, gewann mehrere Wagenrennen und bereitete den Weg für andere Athletinnen (3. Jhdt.v.d.Z.)
Wu Zetian – einzige Frau mit dem Titel chinesischer „Kaiser“ (625 – 705)
Melitta Bentz – Unternehmerin und Erfinderin des Kaffeefilters ( 1873 – 1950)
Aspasia von Milet – Philosophin, Rednerin, gründete in Athen einen philosophischen Salon (470 – 420 v.d.Z.)
Elly Heuss-Knapp – Politikerin, Sozialreformerin, Gründerin des deutschen Müttergenesungswerks (1881 – 1952)
Thalestris – Amazonenkönigin, führte einen Feldzug von 300 bewaffneten Frauen durch Asien (um 325 v.d.Z.)
Franziska Tiburtis – deutsche Ärztin und Kämpferin für das Frauenstudium (1843 – 1927)
Caroline Lucretia Herschel – deutsche Astronomin, entdeckte mehrere Kometen (1750 – 1848)
Alpis de Cudot – Hellseherin, verkündete, dass die Erde rund und kleiner als die Sonne ist, sie wurde ignoriert (1150 – 1211)
meine Oma Maria Melichar, die mich mit ihrer Herzensgüte und ihrer pragmatischen Herangehensweise an viele „Probleme“ sehr geprägt hat (1907 – 1997)

Die Liste dieser Frauen ist ein ganz kleiner, bunt zusammengewürfelter Ausschnitt von wichtigen Frauen – als Symbol für alle Frauen dieser Welt, die ihr Leben meistern und Schönheit, Klugheit, Freude und Erfindungsreichtum in die Welt bringen.
Sie kann beliebig fortgesetzt werden.
Ich freue mich über Vorschläge!

Im übrigen beziehe ich mich auf meinen Blog-Beitrag vom Vorjahr – ich hoffe, dass die Zeit nahe ist, in der keine Weltfrauentag mehr notwendig ist, weil es 365 Frauentage im Jahr gibt.

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11 Antworten zu Herstory – die wichtigen Frauen!

  1. Hildegard von Bingen,, die „Päpstin“, Johanna von Orleans, Lady Diana

  2. altemagie schreibt:

    Reblogged this on Alte Magie.

  3. Ute schreibt:

    Clara Zetkin … Hildegard von Bingen … Marie Curie …

  4. Roswitha Haala schreibt:

    Herzlichen Dank Andrea!!!
    „Das Private ist politisch!“ Das Politische ist auch spirituell, denn es er_schafft ebenfalls eine Realität! Und so füge ich hinzu:
    Z.B. aus „D“ Elisabeth Selbert, die „vor etwa 65 Jahren um die Aufnahme eines Satzes ins Grundgesetz unter großen Schwierigkeiten kämpfte, der das Leben aller Frauen (und auch Männer) in unserer Gesellschaft verändern sollte. Am 23. Mai 1949 wurde der Artikel 3 Absatz 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Das verdanken wir der Abgeordneten und Juristin Elisabeth Selbert. Dabei wurde Selbert eine anständige Ausbildung oder gar Karriere nicht in die Wiege gelegt. (…)“ (siehe http://www.daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten/specials/portrait-elisabeth-selbert-102.html)
    Damals gab es nur vier weibliche Abgeordnete im deutschen Parlamentarischen Rat: Elisabeth Selbert, ihre Mitstreiterin Frieda Nadig und ihre anfänglichen, männerangepassten Gegnerinnen Helene Wessel und Helene Weber.
    „Noch bis 1977 waren Frauen gesetzlich „zur Führung des Haushaltes“ verpflichtet, der Ehemann konnte darüber bestimmen, ob seine Angetraute arbeiten gehen durfte. Die rechtliche Verankerung der Gleichberechtigung und die praktische Umsetzung klafften in dieser Zeit weit auseinander.“ (s. Link). Das ist doch ein Mutanten-Stadl-Wahn!!!
    „Zunehmend melden sich aber Männer zu Wort: Ihnen reicht es jetzt mit der Gleichberechtigung.“ s. Link. Das ist ebenfalls männlich kleinkarierter, lebensfeindlicher Herr_schaffts-Wahn!

    v. Luise Pusch, bei FemBio-Special: Europäische Jüdinnen
    „Clara Immerwahr, verh. Haber
    geboren am 21. Juni 1870 in Polkendorf, Schlesien
    gestorben am 2. Mai 1915 in Berlin
    deutsche Chemikerin und Pazifistin
    (…) 1901 heiratet Clara Immerwahr den Chemiker (und späteren Nobel-Preisträger) Fritz Haber. Ihre Hoffnungen, sich auch als Ehefrau und Mutter weiter der Forschung widmen zu können, erfüllen sich nicht. Fritz macht eine steile Karriere, sie muss die undankbare Rolle der repräsentierenden, umsorgenden und allenfalls zuarbeitenden Professorengattin übernehmen. Sie schreibt, dass neben Fritz „einfach jede Natur, die [sich nicht rücksichtslos gegen ihn] durchsetzt, zugrunde geht! Und das ist mit mir der Fall…“.
    Anfang Mai 1915, mitten im Ersten Weltkrieg und kurz vor ihrem 45. Geburtstag, erschießt sich Clara Haber aus Protest gegen die von ihrem Mann geleitete erste chemische Massenvernichtung und deren unabsehbare Folgen. Zwei Wochen vor ihrem Freitod waren bei Ypern auf französischer Seite über 18.000 Mann elend durch Chlorgas verreckt. (…)
    1991 verlieh die Internationale Vereinigung der Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) zum ersten Mal die Clara-Immerwahr-Medaille – eine Auszeichnung für den Einsatz gegen Rüstung und Krieg.“

  5. Roswitha Haala schreibt:

    “Zunehmend melden sich aber Männer zu Wort: Ihnen reicht es jetzt mit der Gleichberechtigung.” s. Link.
    Olala, viel_leicht habe ich da ja vorschnell voreingenommen etwas missverstanden… 😉
    Viel_leicht meinen diese „Männer“ es ja wie ich: Statt Gleichberechtigung – Rückbindung an die natürliche, starke, matriarchale, matrivitale Ordnung!

  6. veledalantia schreibt:

    Reblogged this on Meeresrauschen… and commented:
    Her-Story,
    nicht erst seid dem ‚Magdalena-Evangelium‘ ein Begriff.
    )O(

  7. Roswitha Haala schreibt:

    Andrea:“Geschichte ist etwas anderes als Geschichtsschreibung, denn diese oblag den (männlichen) Herrschenden und damit ihrer (sehr eingeschränkten) Sicht der Welt.“
    Passendes Beispiel aus Kirsten Armbrusters höchstinteressanten Buch „Der Muschelweg – Auf den Spuren von Gott der Mutter“ S. 147:
    „Die Griechen nannten Hermes Psychopompos`, den Führer der Seelen. (…), dass er (Hermes) mehr Macht besaß als Zeus, der Herrscher über den patriarchalen griechischen Pantheon, und, dass er den Gott Dionysos aus dem Schoß der Mondgöttin nahm und in den Penis des Zeus einnähte, sodass er von einem Mann geboren werden konnte.(…)“
    Meine Güte für was dieser Zeus alles her- und vor allem aushalten musste! Kopf-, Knie- und Penisgeburten! Da ist doch nix mehr heile. Aber danach alle garantiert psychopompös 😉 !

    Andrea:“Menschen leiten sich ihr Bild des Göttlichen ja immer aus ihren eigenen Lebenswirklichkeiten ab.“
    Das stimmt, außer sie haben einen psychopompös_irren, gewaltbereiten „Führer der Seelen“.

  8. jetztdasein schreibt:

    Königin Elisabeth I. 1533 – 1603, war über 40 Jahre an der Macht ohne Ehemann an ihrer Seite (Elisabethanisches Zeitalter).
    Marie Curie
    Bertha von Suttner
    Sophie Scholl

    Interessanter Blog, vielen Dank für Aufklärung.
    Elfe

  9. hexesofia schreibt:

    Toller Beitrag! mir würde noch coco chanel einfallen – nicht nur für die modewelt – sie hat die Kleidung so gemacht, dass wir Frauen wieder atmen konnten.

  10. Pingback: Gibt es eine Göttin für den Frauentag? | Oh Göttin

  11. Pingback: Wenn wir die Be-HERR-schung verlieren, haben wir schon fast gewonnen | Oh Göttin

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