Sommersonnenwende – Resumée zur Jahresmitte

Saule1Der Sommer beginnt gerade, die glutheißen Ta­ge des Juli und August liegen noch vor uns, jetzt ruhen wir für einen Augenblick zwischen Aussaat und Ernte. Eine gute Zeit, für einen Mo­ment inne zu halten, die Wärme zu genießen und die Fülle, die die Natur jetzt bie­tet, zu feiern.

Die kürzeste Nacht bzw. der längste Tag des Jah­res und stellt einen Wen­depunkt im Jahres­kreis dar. Viele Kulturen haben diese Zeit des Jahres als etwas Magisches verstanden. Und seit alten Zeiten feiern Men­schen fröhlich und aus­ge­las­sen diese größte Helligkeit, die stärk­ste Son­nenkraft an diesem längsten Tag des Jah­res.
Jetzt verlassen wir die erste Jahres­hälf­te, um in die neue einzukehren. Genau der Tag oder die Nacht dieser Wende, ist eine gute Zeit, die ers­te Hälfte Re­vue passieren zu las­sen.

Hier ein Vorschlag zu einem Ritual für den längsten Tag im Jahr:

Streue – z.B. mit Mehl – ein Sonnen­sym­bol auf eine Wie­se. Zu je­dem der Sonnenstrahlen kannst du ein Sym­bol des­sen le­gen, was du be­son­ders von die­sem stärk­sten und längsten Son­nen­licht des Jah­res be­strahlt ha­ben möch­test.
Schreite nun den Kreis ab, um ihn für die Dauer dei­nes Rituals zu dei­nem Schutzkreis zu machen. Du kannst dabei z.B. 3 x ganz be­wusst im Kreis gehen – oder so wie im­mer du es für stimmig und rich­tig empfin­dest.
Vielleicht magst du zu Beginn des Rituals auch alle Him­mels­rich­tun­gen und Elemente auf dei­ne Art be­grü­ßen und ein­la­den, dich bei die­sem Ri­tual zu unter­stüt­zen.
Nun kannst du dich in diesem Sonnen­kreis ge­mütlich nie­der­las­sen.

Eine junge, hübsche Frau schreibt auf einer sommerlichen Wiese/A student takes notes on a summer meadow

Schreibe auf einem großen Blatt Pa­pier al­les nieder, was dir zu dieser ersten Jah­res­hälf­te in den Sinn kommt.
Gut ist es, dabei nicht linear zu schrei­ben, so wie wir es gewohnt sind, sondern kreuz und quer über das Blatt oder in Form einer großen Spi­rale.
Lege dir dabei keine eigene Zensur auf son­dern schreib einfach flüssig immer wei­ter.

Als kleine Anregung kannst du dich folgenden Fragen widmen:

  • Was ist bisher geschehen?
  • Was hat mich erfüllt und erfreut?
  • Was hat mein Herz berührt?
  • Was hat mich geärgert, gekränkt?
  • Was habe ich dieses Jahr noch gar nicht gemacht?
  • Was habe ich gelernt?
  • Was schiebe ich vor mir her?
  • Was hat mir Kraft gegeben?
  • Was beschäftigt mich gerade am meisten?
  • Welche Früchte wachsen in mir heran?

Vielleicht sind aber auch ganz an­dere Dinge wich­tig, die nun auf das Papier fließen wollen.
Wenn du das Ge­fühl hast, du bist mit deiner Rück­schau fertig oder wenn dein Blatt Pa­pier voll ist, dann bedanke dich bei dir selbst für deine Erfah­rungen der ers­ten Jahres­hälfte.
Ehre und feiere in deiner Weise dich selbst und die vielen Wege auf denen du die Kreati­vität in deinem Le­ben bereits sicht­bar umge­setzt hast.

Drehe dich an­schließend ganz bewusst um, schaue nun in die entge­gen­ge­setzte Richtung und bereite dich auf die zweite Jah­reshälfte vor.
Auch hier kannst du wie­der in der sel­ben Art und Weise deine frei fließenden Ge­dan­ken nieder­schrei­ben (z.B. auf die Rückseite des Blattes):

  • Was kann ich tun, um mir selbst Freude zu bereiten?
  • Wie und in welche Lebensbe­rei­chen kann und will ich wachsen?
  • Wie kann ich meinen Raum einnehmen und meine Kompetenz zum Ausdruck bringen?
  • Was kann sich in mir wandeln?
  • Welche Begegnungen wünsche ich mir?
  • Was möchte ich ernten?
  • Was bin ich bereit, dafür zu tun?

Wenn du magst, kannst du nun dir und dem Le­ben etwas versprechen.
Gut ist es, diese Versprechen innerhalb eines Ri­tuals laut auszusprechen, da das gespro­che­ne Wort mehr Kraft ent­hält, als das ge­dach­te Wort al­lein. Probiere es ein­fach aus.

carmenta1vZum Abschluss kannst du noch einmal all den Kräften, denen du dich in deinem Lebens an­ver­traust und dir selbst danken und um Segen für die zweite Jah­reshälfte bitten.
Verabschiede dich von den Himmelsrich­tun­gen und schreite den Kreis in die ent­gegen­ge­setzte Richtung ab. Dabei kannst du die von der Sonne be­leuch­teten Sym­bole wieder ein­sam­meln.

Steige dann ganz be­wusst über den Rand in die Welt dei­nes Alltags.
Gehe erhellt, frisch und voller Freude in eine genussvolle, erfolgreiche und gesunde zweite Jahreshälfte.
Die geschriebenen Blätter kannst du aufbe­wah­ren oder auch zeremoniell in einem Sonnen­wende-Feuer ver­bren­nen.
Denn du kannst dir sicher sein, dass dei­ne in­neren Augen und Ohren nach die­sem Ritual all das b­ewahren, was wichtig ist, und dass dies al­les von dir zur rich­tigen Zeit gesehen und ge­hört wird.

Viel mehr Vorschläge zu Ritualen und Festen für die Zeit des Sommerbeginns, sowie Hintergrundwissen zu den Mythen, dem Brauchtum – aber auch Missbrauch des alten Wissens findet ihr im artedea-E-Book
Sommersonnenwende – Litha – Mittsommer: Das feurige Fest des Sommerbeginns

Bilder:
artedea
fotolia

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3 Antworten zu Sommersonnenwende – Resumée zur Jahresmitte

  1. Runa Phaino schreibt:

    Sehr gute, erfüllende und weitreichend fragende Gedanken hast Du da formuliert. Danke. Ich werde mich ihnen jetzt widmen.

  2. Roswitha Haala schreibt:

    Herzlichen Dank!

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