Warum ist das Fest des längsten Sonnenlichts nach einer Mondgöttin benannt?

Litha2Sommerbeginn! Heute haben wir den längsten Tag und auch die kurzen Nächte rund um die heurige Sommersonnenwende sind wegen des Vollmonds sehr hell.

Bekannt ist das Fest der Sommersonnenwende ja auch unter der Bezeichnung „Litha“.
Auch J.R.R. Tolkien benutzte die Bezeichnung „Litha“ für ein Mittsommerfest in seinem Buch „Herr der Ringe“.
Interessant, dass die keltische Mondgöttin Litha gerade an jenem Tag gefeiert wird, an dem die Sonne am längsten scheint. 

Die Erklärung dafür liegt wahrscheinlich im Mythos, dass in dieser Nacht Sonne und Mond – als Symbole für Tag und Nacht – heiraten und damit der Erdgöttin Fruchtbarkeit spenden.

Die Sonne ist nun als „gehörnter Sonnengott“ auf dem Höhepunkt seiner Kraft, die von nun an langsam schwinden wird. So überträgt er seine Kraft allmählich immer mehr der Erde, was man daran merkt, dass die heißesten Tage des Jahres, in denen die Sonne mit aller Kraft auf die Erde brennt, erst noch kommen werden. Die Erde nimmt als Göttin diese Kraft, die der Sonnengott ihr opfert, auf und nährt damit die Frucht, die sie im Leibe trägt, also die kommende Ernte, die auf den Feldern heran zu reifen beginnt.

Um die Pflanzen auf den Feldern und in den Gärten auch ernten zu können, ist vor allem eines wichtig: Wasser, an dem es in vielen Landstrichen im Sommer ja mangelt.
Zum Ausgleich zur sengenden Kraft des Sonnengottes wird daher innerhalb des Mittsommer-Festes Litha als Mondgöttin mit der Bitte um Wasser angerufen. Nur das richtige Verhältnis von Sonne (Licht und Wärme) und dem zum Wachstum nötigen Wasser, das ja immer in Verbindung mit der Mondgöttin gebracht wird, lässt dem Schoß der Mutter Erde neue Fruchtbarkeit und Ernte entsprießen.

Zu Sommerbeginn ist die Fruchtbarkeit von Göttin Natur überall zu spüren und zu sehen. Sie bereitet sich darauf vor, ihre Macht in Früchte und Samen zu leiten, die wir bald ernten dürfen. Noch ist allerdings nicht Erntezeit. Litha verspricht zunächst nur den Überfluss, der sich im Laufe des Sommers, wenn nach und nach alles geerntet wird, tatsächlich einstellt.
Litha verkörpert all diese Mächte, Naturkräfte und die Ordnung der Natur – ein Wunder, das zyklisch immer wiederkehrt.

Dabei lehrt die Göttin Litha auch das Prinzip von Balance und Ausgewogenheit. Als Mondgöttin hält sie ständig die Balance zwischen den Kräften des Wachsens und des Abnehmens. Ihr Fest bildet die Mitte zwischen der Zeit des zunehmenden und des abnehmenden Lichts.

Sie ist die Essenz des Mittelpunkt des Jahres, das Zentrum, in dem die Zeit für einen kurzen Moment angehalten wird. Dies ist auch die ideale Zeit, um an Fragen des eigenen inneren Gleichgewichts zu arbeiten.

Mehr Informationen zur Sommersonnenwende und auch zahlreiche Ritual-Ideen gibt es im artedea-E-Book:
Sommersonnenwende – Litha – Mittsommer: Das feurige Fest des Sommerbeginns

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2 Antworten zu Warum ist das Fest des längsten Sonnenlichts nach einer Mondgöttin benannt?

  1. Roswitha Haala schreibt:

    Herzlichen Dank Andrea!
    Der „gehörnte Sonnengott“ ist bereits patriarchal eingefärbt.
    Aus „Im Anfang war die Frau – Der Untergang matriarchalischer Religionsmythologien – provoziert durch gezielten patriarchalischen Machtkampf auf geistiger Ebene“ von Hiltrud Steinbart, R.G. Fischer Verlag, S. 41:“(…) Hathor wurde sogar als die Sonne selbst betrachtet und als Sonne bezeichnet. Ein alter Mythos sagt, sie habe ihr Sonnenkind Horus mit ihren Hörnern zum Himmel gehoben.(…)“.
    S. 47:“(…) Isis ist mit der älteren Hathor identisch. Sie gebar ihren Sohn ohne Zutun eines Vaters.“ (Als Anregung hierzu: http://www.heise.de/tp/artikel/25/25884/1.html ) „Sie war die Mutter der Könige, denen sie den Thron verlieh. Aber vor allem war Isis die große Mutter, die Herrscherin über Geburt, Leben und Tod (…) Sie war überdies die Herrin von Sonne, Mond und Sternen – bis sie von machthungrigen Männerpriestern und vaterschaftsbewußten Trohnkandidaten entthront wurde. (…)“ Nunja, ich hab`s weder mit den Wörtern „Herrschern / Herren (über Andere)“ noch mit „Herrscherinnen / Herrinnen“ 😉 . „(…) Erstmals um 2600 v. Chr. hört man von einem kleinen Mondgott Osiris, der in Konkurrenz mit ihr, die ihm als Ermordeten das Leben wiedergibt, schließlich zu immer größerer Bedeutung kommt und in der XI. Dynastie (um 2134 – 1778) zum Posten des Sonnengottes Ra emporsteigt. (…)“
    S. 48:“(…) Nach einem indischen sehr alten Mythos entstand die Welt aus dem von einem Eisvogelweibchen aufs Meer gelegten Ei, das die aufgehende Sonne mit ihren Strahlen öffnete. Man hat darum den ersten Tag der Woche „Sonn(en)tag“ genannt, eben weil die Sonnengöttin den Anfang bestimmte und mit einem herrlichen Gewand aus goldenen und silbernen Strahlen die Woche mit sieben Tagen eröffnete.“

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