25. Januar: Gegenteil-Tag – denk mal andersrum

obama-trumpSo, ihr Lieben, jetzt habe ich in Facebook zwei Bilder gepostet mit jeweils zwei Menschen.
Ich bin ja immer überrascht, welche FB-Posts welche Reaktionen auslösen – in ihrer Heftigkeit und ihrem Umfang.
So ich gebe es zu – es war mein Beitrag zum „Gegenteil-Tag“, der immer am 25. Januar abgehalten wird. Und das angeblich schon seit dem Jahr 1872 – und er soll ausgerechnet vom US-amerikanischen Kongressabgeordneten Alexander Kerr Craig ins Leben gerufen worden sein. Als Politiker beherrschte er die Kunst, das Gegenteilvon dem zu sagen, was er meinte.
Sinn und Zweck dieses „sinnlosen“ Tages: Alles sollte auch einmal gegenteilig gedacht oder gemacht werden. Also auch das „sinnlos“ im letzten Satz.

Paradoxien bringen frischen Wind ins Hirn

Wofür das gut sein soll? Damit uns einfach das Hirn nicht sauer wird. Und wir in unsere eingefahrene Verhaltensmuster ein wenig frischen Wind reinschwurbeln.
Also: Alles Gesagte mit einer gegenteiligen Bedeutung versehen und sich an den Paradoxien erfreuen.
Mach einfach das Gegenteil von dem, was du sonst tun würdest. Nicht irgendwas anderes – sondern exakt das Gegenteil. Gar nicht so einfach. Das fängt schon am Morgen an: Was ist das Gegenteil von Frühstücken, Zähneputzen, zur Arbeit fahren?

Aber wie wäre es mit:

  • Versuche bewusst, dich über etwas zu freuen, wenn es dich normalerweise ärgert.
  • Wenn du dich noch an einen deiner Neujahrsvorsätze erinnerst, dann mache heute genau das Gegenteil davon.
  • Schreibe mit der anderen Hand – oder noch besser: wenn du etwas schreiben willst, dann zeichne es.
  • Wenn du etwas sagen willst, bleib stumm oder stelle es pantomimisch dar.
  • Denke über einen Menschen, denn du nicht leiden kannst, das genaue Gegenteil.

Was das bringt?
Gar nichts!
Vorsicht: Gegenteil-Tag!

Die neuronalen Autobahnen

Also: Unser Gehirn besteht aus Milliarden von neuronalen Verschaltungen. Einige nutzen wir mehr, einige weniger. Je mehr wir bestimmte Dinge immer wieder tun oder denken, desto mehr bilden sich neuronale Verschaltungen.
Diese starken Vernetzungen nennt man auch neuronale Autobahnen. Diese sind auch sehr praktisch im Alltag. Sie automatisieren Abläufe.
Wenn du z.B. ein Instrument lernst, musst viele Dinge gleichzeitig beachten und viele Handgriffe ganz bewusst tun. Je öfter du übst, desto selbstverständlich geht es.

Diese „neuronalen Autobahnen“ sind so breit und so bequem, dass wir sie irgendwann automatisch benutzen.
Ehe wir uns versehen läuft alles ganz fix hierüber ab – und wir haben wieder nach altem Muster reagiert oder gehandelt.

Aber: Es gibt nicht nur Autobahnen in unserem Gehirn, sondern auch „Landstraßen“, „schmale Feldwege“, „Trampelpfade“. Und diese führen wie auf normalen Straßen und Wegen auch zu unerwartet interessanten Plätzen auf der Landkarte, auf die wir nie über eine Autobahn hinkommen würden. In unserem Gehirn sind diese vor allem wichtig, wenn wie ein Verhalten ändern wollen.

Wie funktioniert Veränderung?

Ganz nach dem Motto von Paul Watzlawick:
„Wenn du das tust, was du immer schon gemacht hast, wirst du das bekommen, was du immer schon bekommen hast. Wenn du etwas anderes haben willst, musst du etwas anderes tun! Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig Anderes – statt mehr vom gleichen Falschen!“

Wenn wir also etwas verändern wollen, dann brauchen wir neue Strategien, neue Denkweisen, eine neue Art zu handeln.
Ab und zu ist es also gut, unsere neuronalen Autobahnen zu verlassen und in eine Seitenstraße einzubiegen oder ganz neue Pfade zu erschließen. Das macht zum einen das Leben interessant und ist auch – wie die Wissenschaft festgestellt hat – ein unglaublich effektives Mittel, um Demenzerkrankungen vorzubeugen.

Unser Gehirn ist dankbar für alle neue Impulse, die wir ihm ermöglichen. Beizeiten rein spielerisch Dinge anders zu machen, ist vor allem aber die beste Praxis für Situation, die uns dazu zwingen, aus irgendwelchen Lebensumständen heraus, etwas anders zu tun.

Je öfter im Trockentraining geübt, desto leichter fällt uns Neuorientierung und Umdenken im akuten Bedarfsfall, der dann meist auch mit Stress verbunden ist.

Damit kannst du heute gleich mit dem Gegenteil-Tag anfangen:
Wenn du z.B. das Bild der Obamas und der Trumps siehst, kannst du dich fragen:

  • Wenn ich meine Perspektive wechsle, was könnte noch wahr sein?
  • Wie könnte ich noch darüber denken, was ich hier gerade sehe?
  • Welche Überzeugung könnte genauso wahr sein, wie meine?

Einfach als Gedankenexperiment. Damit wirst du zur Gehirn-BenutzerIn statt zur Gehirn-BesitzerIn.
„Use it or loose it“ – ist hier der wichtigste Tipp für alle Gehirn-BenutzerInnen.
(Siehe dazu auch Vera F. Birkenbihl – Gehirne Anknipsen)
Vielleicht magst du heute Abend einmal das Gegenteil von Fernsehen machen – nämlich Vera Birkenbihl-Videos schauen ;o)

eshu2Göttin der unberechenbaren Energie

Die passende Göttin dazu ist übrigens Eshu. Sie steht für die wilde, un­be­rechenbare, närrische Energie. Im Candomblé, der afro-brasilianischen Religion der Yoruba geht man davon aus, dass immer, wenn etwas Unvor­her­ge­sehenes ge­schieht, Eshu im Spiel ist.
Sie lehrt neue Sicht­weisen und regt zum eigenständigen Neu­denken altgewohnter Ansichten an. Sie fördert den kreativen Umgang mit den Herausforderungen des Lebens. Das Ritual für sie ist, immer wieder Mal was Ungewöhnliches zu tun – eben das Gegenteil von dem, was „normal“ wäre.
Eshu kommt in unterschiedlichen Versionen in vielen Kulturkreisen vor: Als Trickster, Clowns, Hofnarren, Kasperl etc.
Und jeder Witz ist ein guter Beitrag zum Gegenteil-Tag. Weil der Witz am Witz ist ja, dass am Ende das Gegenteil von dem rauskommt, was man erwartet hat.
Was ist das Gegenteil von Reformhaus? Reh hinterm Haus!
Was ist das Gegenteil von Katalog? Katasagtediewahrheit

Ansonsten können wir heute noch ein wenig darüber nachdenken:
Was ist das Gegenteil von Erfindung, durstig, Vanillepudding, Toilette, Erinnerung, Magnet, Wetter.
Und: Und gibt es ein Gegenteil vom Gegenteil?

Viel Spaß!

Hier mehr zur Göttin Eshu

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Eine Antwort zu 25. Januar: Gegenteil-Tag – denk mal andersrum

  1. Ilanah schreibt:

    Hat dies auf Das Leben – bunt wie ein Regenbogen rebloggt und kommentierte:
    Ein Experiment, das nicht schaden kann…

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