Welttag des Orgasmus zur Wintersonnenwende

Morgen, am 21. Dezember ist nicht nur Wintersonnenwende, sondern auch der Welttag des Orgasmus!
Den gibt es bereits seit dem Jahr 2006, ins Leben gerufen wurde er als „Global-Orgasm-for-Peace-Day“ von einer kalifornischen Friedensbewegung.
Warum gerade zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende? Vielleicht weil die längste Nacht des Jahres so kuschelig ist und man sich laaange Zeit lassen oder sich viele Wiederholungen gönnen kann?
Auf jeden Fall geht es um den Weltfrieden. Orgasmen für den Weltfrieden – das hat schon was! Eine erfüllte Sexualität wirkt ausgleichend und besänftigt aggressive Zustände, nicht von ungefähr heißt es ja auch „BeFRIEDigung“.

Glücksgefühle und Rauschzustand

Was passiert bei einem Orgasmus? Atemfrequenz, Blutdruck und Puls sowie die Durchblutung der Geschlechtsorgane steigern sich bis zum Maximum, und es kommt im Genitalbereich zu rhythmischen unwillkürlichen Muskelkontraktionen, in denen sich die sexuelle Spannung entlädt. Die anschließende Entspannung des Genitalbereichs geht meist auch auf den gesamten Körper über. Beim Orgasmus schüttet der Körper eine extrem hohe Konzentration der Powerhormone Adrenalin und Noradrenalin aus, das bewirkt, dass Glücksgefühle durch uns gleiten und wir sekundenlang sind wir in einem Rauschzustand sind.

Weltweit haben Männer und Frauen täglich über 2,5 Milliarden Orgasmen.
Das sind über 100 Millionen Orgasmen pro Stunde und 1,5 Millionen pro Minute!
Sind diese Zahlen auf Frauen und Männer gleichmäßig aufgeteilt?
Dazu gibt es jede Menge Studien:

Eine Bevölkerungsumfrage des britischen Frauenmagazins Scarlet kam zu dem Ergebnis, dass 46% der Frauen nie oder nur selten zu einem Orgasmus kämen.
Und das „Archives of Sexual Behavior“ kam in einer Studie mit fast 52.600 Menschen in den USA zu folgenden Ergebnis: 95 Prozent der heterosexuellen Männer aber nur 65 Prozent der Frauen haben beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus.
Bei den Homosexuellen ist das Verhältnis ausgewogener: 89 Prozent der schwulen Männer und 86 Prozent der lesbischen Frauen kommen laut der Umfrage beim Sex auf ihre Kosten. Bei den Bisexuellen sind es 88 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen.
Eine deutsche Umfrage ergab, dass 67 Prozent der befragten Männer angaben, immer kommen, während nur 29 Prozent der Frauen mit Sicherheit den Höhepunkt erreichen.

Männer haben mehr Orgasmen – sind sie deshalb friedlicher?

Und das ist schon interessant, wenn es um den Friedensaspekt der Befriedigung geht: Wer initiiert in hohem Maße Kriege, Kampf, Gewalt? Es sind gerade die Männer, die offenbar sexuell viel schneller, öfter und einfacher sexuell befriedigt sind.

Vielleicht liegt es ja auch daran: Männer kommen zwar meist leichter, haben aber mit einem durchschnittlich nur vier Sekunden andauernden Orgasmus auch den kürzeren Spaß. Kommt Frau zum Ziel, so erlebt sie durchschnittlich 26 Sekunden lang ihren Höhepunkt, der bis zu 60 Sekunden aufrechterhalten werden kann.

Aeval – Die Göttin, bei der sich Frauen beschweren können

Und natürlich gibt es auch zu diesem Thema eine Göttin: Aeval, eine irische Feengöttin, die vor allem auch für die sexuelle Befriedigung der Frauen zuständig war.
Bei den keltischen IrInnen hielt Aeval um Mitternacht Gericht darüber, ob Ehemänner ihre Frauen sexuell befriedigten. Frauen konnten sich auch diesbezüglich bei Aeval beschweren.
Meist – so erzählen die Mythen – dauerten diese Verhandlungen die ganze Nacht, weil sich so viele Frauen beschwerten. Sie hörte sich beide Seiten an. Die Beschwerden schienen meist über die sexuelle Befriedigung hinauszugehen. Denn die Männer wurden nicht nur beschuldigt prüde zu sein oder ausschließlich auf ihre eigenen Kosten bei erotischen Aktivitäten kommen zu wollen.
Ganz allgemein wurde ihnen attestiert, dass sie faul seinen und die Hauptlast bei der Bewältigung des Alltags bei den Frauen liegt.
Aeval befahl den Männern schließlich, das zu tun, was die Frauen gerne von ihnen wollten, um sie zufrieden zu stellen – in allen Belangen.

Das Recht auf Orgasmus

Der Welt-Orgasmus-Tag weist als Aktionstag auch auf diese ungleiche Verteilung zwischen Männern und Frauen hin.
Er gilt auch als Demonstration für das Recht auf einen Orgasmus und die damit verbundene sexuelle Zufriedenheit.

In vielen Gesellschaften wurde und wird der Orgasmus mit Tabus belegt, besonders jener von Frauen, die ja eigentlich keusch, „rein“ und sittlich sein sollen. Patriarchat und Christentum hat ja hier ganze Arbeit geleistet.

Männer – das ist klar – wollen es. Für Frauen ist Sex und vor allem das Lustempfinden dabei abwechselnd totzuschweigen oder wurde verteufelt.

Das sexuelle Erleben der Frauen

Was in matriarchalen Kulturen, in denen in den Tempeln der Göttinnen Frauen große Lust erlebten und verschenkten, ganz selbstverständlich war, wurde in der Neuzeit erst durch die Autorin Shere Hite wieder populär: 1976 veröffentlichte sie im „Hite-Report“, der über 48 Millionen Mal verkauft wurde, Details über das sexuelle Erleben der Frauen.
Kernaussage: Frauen erleben während des „normalen“ Beischlafs häufig keinen Orgasmus, durch andere Zärtlichkeiten können die meisten von ihnen aber selbstverständlich zum Höhepunkt kommen. Shere Hites Report über die Sexualität der Frau rüttelte an den Festen des prüden Amerika. Bis heute gilt sie als Pionierin eines lustbetonten Feminismus.
Und: Während beim Geschlechtsverkehr nur eine Minderheit der Frauen zum Orgasmus kommt, erlangten 95 Prozent der Frauen durch Masturbation den Höhepunkt – und zwar leicht und regelmäßig, wann immer sie wollen.

Auch das ist nach wie vor ein wichtiges Thema zum Welt-Orgasmus-Tag nach mehr als 40 Jahren der Veröffentlichung des Hite-Reports.

Na denn: Genießt die Wintersonnenwende auf eure ganz spezielle Art und Weise.
Übrigens: Pro Orgasmus werden quasi ganz von allein bis zu 150 Kalorien verbrannt.
Das entspricht in etwa 3 Vanillekipferln!

 

Hier mehr zur Göttin Aeval

 

Weitere Geschichten rund um die Wintersonnenwende, die Weihenächte sowie die Rauhnachtszeit finden sich in den artedea-eBooks:

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3 Antworten zu Welttag des Orgasmus zur Wintersonnenwende

  1. Myriade schreibt:

    Na, da sollten wir doch die Anzahl der verbrannten Vanillekipferl steigern 🙂

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