Was „Triviales“ zu den Rauhnächten

Die Gedanken, Handlungen, das alltägliche Leben von Frauen sei trivial, heißt es öfters. Stimmt!
Abgesehen davon, dass die Beurteilung, ob etwas trivial im Sinn von „unbedeutend“ oder „einfach“ immer auch von den eigenen Erkenntnismöglichkeiten und vom kulturellen Hintergrund abhängt, ist es wichtig sich die eigentliche Bedeutung dieses Wortes anzuschauen: Das Adjektiv „trivial“ geht auf das lateinische „trivialis“ zurück und dies wiederum ist abgeleitet von trivium – „Kreuzung dreier Wege“.
Und damit sind wir schon wieder einmal bei einer Göttin, nämlich Hekate, deren lateinischer Beiname Trivia ist. Hekate steht an Wegkreuzungen und hält immer drei Alternativen bereit.
Also: Wenn Frauen nachgesagt wird, sie wären trivial, dann heißt das nichts anderes, als dass sie fähig sind (mindestens) drei Möglichkeiten zu erwägen, um an eine Sache heranzugehen, ein Problem zu lösen oder Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bei ihren Entscheidungen im Blick zu haben. Wie anders als die patriarchale Methode, zielgerichtet von A nach B zu gehen, um dort möglichst schnell anzukommen („Erster!“). Die Kunst liegt im Trivialem, also im finden von Alternativen, Plan B und mindestens auch noch Plan C.

Mitternachts-Horchen an magischen dreifachen Wegkreuzungen

Kreuzungspunkte (auf Straßen und auch im Leben) sind immer die magischen Orte der dreifaltigen Göttinnen, von denen es sehr viele gibt. Göttinnen-Triaden symbolisieren oft die drei Stadien im Leben einer Frau (die Junge, die Reife, die Weise Alte), aber immer auch drei Aspekte des Seins und Tuns.

Ein besonders „triviales Ritual“ gibt es in den alten Bräuchen der Rauhnächte: Das sogenannte „Mitternachts-Horchen“ ist eine der vielen Möglichkeiten „zwischen den Jahren“ zu orakeln und einen Blick ins Neue Jahr zu wagen. Dabei geht man in einer der Rauhnächte kurz vor Mitternacht an eine Wegkreuzung​ ​an der sich drei​ ​Straßen​ treffen und beobachtet, was genau um Punkt 24:00 Uhr geschieht. Dabei achtet man auf alles, was passiert. Kommt plötzlich Wind auf, rascheln Blätter, huscht vielleicht ein Tier vorbei? Oder wird mit einem Male alles ganz still?
Gut ist es, eine konkrete Frage zu stellen, es geht aber auch, um einen allgemeinen Hinweis auf das kommende Jahr zu bekommen.

Das muss übrigens nicht unbedingt die Wegkreuzung mitten im Wald oder auf einer einsamen Landstraße sein. Spannend ist dieses Orakel auch in Städten oder an belebten Orten. Denn gerade Straßen in Städten können überraschende Orakel bereit halten. Kommen z.B. Punkt Mitternacht Leute vorbei, dann kann das Orakel sein, welche Gesprächsfetzen man aufschnappt.
Eine Freundin von mir hat vor einigen Jahren das Experiment gewagt, sich um Mitternacht inmitten eines Kreisverkehrs zu stellen. Genau um Mitternacht ist ein Lieferwagen in diesen eingebogen mit einer interessanten Aufschrift (die ich aber hier jetzt nicht verrate). Auf jeden Fall hat sie das sehr amüsiert, denn diese Aufschrift war wirklich die treffende Antwort auf ihre Frage.

Entscheidend ist: Wie deutest du all das für dich? Denn darauf kommt es ja eigentlich an.

Jeder Weg für eine Möglichkeit

Stehst du vor einer Entscheidung oder beschäftigst du dich mit einer Frage, dann kannst du dir „ganz trivial“ drei Möglichkeiten überlegen. Gehe damit schon einige Zeit vor Mitternacht an die „Wegkreuzung“ deines Vertrauens. Jeder der drei Wege steht für eine Variante.
Wohlgemerkt: Wirklich drei! Hast du z.B. zwei Jobangebote, zwischen denen du dich entscheiden musst, suche die dritte Variante. Was könnte diese sein? Im alten Job bleiben, weiter bewerben, dich selbstständig machen und dein eigenes Business aufziehen, überhaupt einmal eine Auszeit nehmen …

Stell dich ins Zentrum der Kreuzung und komme mit einigen Atemzügen in deine Mitte. Dann beschreite einzeln jeden Weg und spüre hin wie du dich fühlst.

Gut sind dabei auch die Fragen:

  • Was gewinne ich hier?
  • Was muss ich aufgeben?
  • Welche Kompromisse muss ich eingehen?
  • Wofür müsste ich mich rechtfertigen, wenn ich diesen Weg einschlage und vor wem?
  • Worin liegt hier die Freiheit?
  • Was sagt mein Hirn, was mein Herz?

Damit weißt du vielleicht schon vor Mitternacht, welcher Weg stimmig ist. Um Punkt Mitternacht achte schließlich darauf, was bei den einzelnen Wegen geschieht. Das ist dann das Orakel, die Botschaft der Hekate.

Du kannst auch ein Säckchen Mehl mitnehmen und dich einige Male im Kreis drehen und dabei das Mehl verstreuen. Welches Muster zeigt sich? Wohin weist die Richtung?

Viel Freude und spannende Erkenntnisse mit den Rauhnachts-Orakeln!

 

Hier findest du mehr zu:
Göttin Hekate
Göttin Nicneven 
Die dreifache Göttin
Die Geschichte von der Weißen, der Roten und der Schwarzen – Die drei Aspekte von Lust, Kraft und Weisheit in jeder Frau

 

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