3. April: Party, Regenbögen, Arschkarten, Schokomousse und was sonst heute noch so gefeiert wird

Veränderung ist angesagt!
Und dafür gibt es heute am 3. April einen wichtigen Tag: Den „Finde-einen-Regenbogen-Tag“.
Regenbögen sind weltweit ja mit zahlreichen positiven Attributen versehen ist. Sie künden immer auch von Veränderung: Von Sonnenschein zu Regen oder von Regen zu Sonnenschein. Und gerade in dieser Veränderung wird offenbar auch das Glück gesehen, für das der Regenbogen ein Symbol ist. Und dass wir uns gerade weltweit in einem großen Veränderungsprozess befinden, ist klar.
Man weiß nicht genau, warum und wann dieser Regenbogen-Tag ins Leben gerufen hat, jedoch scheint der April ein passender Monat dafür zu sein, weil das Wetter ja so häufig wechselt und die Chance, einen Regenbogen zu sehen recht hoch ist.

Regenbogen-Göttinnen des Glücks und der Veränderung

In zahlreichen Mythologien gibt es Regenbogen-Göttinnen:
Die griechische Iris eilt von einem Ende der Welt zum anderen, von den Höhen des Olymps in die Unterwelt und die Tiefe des Meeres. Man sagt von ihr, sie käme bis an die Grenzen der Welt, dort wo die Regenbogen beginnen, daher werden die Regenbogenfarben auch als „Farben der Iris“ bezeichnet.
Die afroamerikanische Regenbogengöttin Aida-Wedo windet sich als Regenbogenschlange dreitausendmal spiralförmig um die Erde, die sie bis zum heutigen Tage auf diese Weise hält.
Die hawaiianische Regenbogengöttin Anuenue kommt auf ihren Regenbogen von den „Wolkeninseln“ hinunter auf die Erde. Die Menschen glauben auch daran, dass die Seelen der Verstorbenen auf einem Regenbogen zu den himmlischen Gebieten reisen können.
In der finnisch-ugrisch bzw. samischen Tradition ist die Rauni die Gewitter-, Donner- und Regenbogen-Göttin. Wenn sie zornig ist schickt Rauni Stürme, wenn sie wieder besänftigt ist – Regenbögen. Damit steht sie auch für Übergange und Zwischenzustände. Denn ein Regenbogen erscheint immer dann am Himmel, wenn das Wetter wechselt – es gleichzeitig regnet und die Sonne scheint.
Das afrikanische Volk der Zulu kennt Mbaba Mwana Waresa als die Regenbringerin. Damit ist sie die Lebensbringerin im heißen, trockenen Klima Afrikas. Sie wird in jeder Art von Wasser geehrt, in jedem Tropfen, in jeder kleiner Pfütze. Ihr Symbol, der Regenbogen wird als Brücke zwischen Himmel und Erde angesehen wird – eine Verbindung zwischen den Gottheiten und den Menschen.
In der australischen Aborigines-Mythologie sind Julunggul und Kunapipi die Regenbogen-Schlangengöttinnen. Die Regenbogenschlange ist eines der ältesten spirituellen Symbole, das wir auf der Erde kennen. Sie bringt den Regen und ist damit für die Nahrung und Erneuerung aller Wesen auf der Erde zuständig. Und im Übergang von Regen zur Sonne können die Göttinnen auch in ihrer Schlangengestalt wahrgenommen werden – als Regenbogen.
Auch Estsanatlehi symbolisiert im Glauben des Volkes der Apachen und Navajo die ständige Veränderung. Sie wandelt, was sie berührt, und aus ihrem Körper wuchs die Erde. Sie ist die sich selbst Erneuernde und wechselt ständig ihre „Kleidung“ – das drückt sich in den Farben des Regenbogens aus.

Auch in der Yoruba-Religion Candomblé symbolisiert Oxumare die ständige Bewegung: Sie provoziert ständige Veränderungen, aber als sich selbst in den eigenen Schwanz beißende Schlange auch einen Kreis, was Tradition, Ewigkeit und Kontinuität bedeutet. Oxumare wird oft als Zwitterwesen gesehen – halb Schlange, halb Regenbogen. Wenn ein Regenbogen nach großer Trockenheit am Himmel zu sehen ist, ist dieser Ankündigung des erfrischenden seegensreichen Regens. Wenn er nach Sturm und Gewitter auftaucht, kündigt er Beruhigung und Sonnenschein an. So oder so ist Oxumare eine Glücksgöttin.

Die nigerianische Göttin Oya ist für das Volk der Yoruba die wilde Kraft der Veränderung.
Als Göttin der Übergänge ist ihr Symbol auch der Regenbogen.
Um sie zu rufen, tanzen Frauen einen wilden Tanz.
Sie breiten die Arme aus, drehen sich in Spiralen, schreien, kreischen, lachen, trinken den Regen, lassen ihren ganzen Körper von ihrem segensbringenden Regen „taufen“ bis keine trockene Faser an ihnen ist.
Und wenn wir schon bei einem ausgelassenen Regentanz sind, dann kommen wir gleich auch dazu, was am 3. April noch gefeiert wird und bei dem auch oftmals getanzt wird.
Denn am heutigen 3. April gibt es noch weitere „Feiertage“ und diese könnten in Zeiten wie diesen skuriller nicht sein.

Feiere eine Party

Heute ist nämlich auch der „Welt-Party-Tag“, auch P-Day (Party Day) genannt, der seit 1996 jährlich als eine synchrone Massenveranstaltung gefeiert wird.
Grundgedanke davon war aber nicht einfach nur ein großes Feiern der „Spaßgesellschaft“. Es handelt sich dabei vielmehr um einen Aktionstag, der die globalen Bemühungen hervorstreichen soll, weltweit bessere soziale Bedingungen entstehen zu lassen.
Allen Menschen auf dieser Erde soll es so gut gehen, dass dies weltweit durch eine gemeinsame große Party zum Ausdruck kommen soll und bei der Freude, Frieden und das Leben als universelles Menschenrecht gefeiert werden kann.
Und dieser Gedanke gefällt mir schon wieder. Wenn ich eine Party da, wo ich lebe, feiere und mir bewusst bin, dass überall auf der Welt die Menschen ihrer Lebensfreude Ausdruck verleihen, indem sie auch eine Party, quasi also mit mir gemeinsam feiern, dann hat das etwas davon, was jetzt genau immer mehr passiert: Wir müssen nicht räumlich zusammen sein, um gemeinsam zu feiern.
Viele sitzen jetzt daheim, schalten zoom oder Skype ein und trinken „gemeinsam“ ihren Nachmittagskaffee, spielen Scharade miteinander oder halten zusammen ihre Yoga-Stunde ab. Warum also nicht gemeinsam feiern?
Durch das „Entfernt sein“ rücken wir mehr zusammen. Also feiern wir miteinander Party, die räumliche Nähe ist dabei nicht so wichtig, sondern die Verbindung von Herz zu Herz und die gemeinsame Freude.

Geh zur Arbeit

Ein weiterer spannender Tag, speziell in Zeiten wie diesen:
In Amerika wird heute, am 3. April der „Geh-zur-Arbeit-Tag“ begangen. Und der hat tatsächlich etwas mit Gehen zu tun. Er wurde 2004 von der US-Außenministerin für Gesundheit ins Leben gerufen und soll dafür sorgen, dass die AmerikanerInnen auch mal zu Fuß zur Arbeit gehen. Insgesamt sollte jeder an diesem Tag mindestens 30 Minuten zu Fuß unterwegs sein. (Und hoffentlich nicht nur an diesem Tag.)

Viele klagen ja jetzt schon über Home-Office. Ich kenne das Gefühl gut von den Jahren, die ich als Journalistin viel daheim gearbeitet habe. Es ist schwer, Privatleben und Arbeit zu trennen. Ständig ist man abgelenkt, während man sich auf den Job konzentrieren soll, fällt auf, dass das Geschirr weggeräumt, die Fenster geputzt und wieder einmal Staub gewischt werden sollte.
Die Bereiche verschwimmen. Als ich eines Morgens aufgewacht bin und geschaut habe, was mich die ganze Nacht im Bett so gepiekst hat und ich bemerkt habe, dass ich auf einer Büroklammer geschlafen habe, habe ich einiges geändert. Strikte Trennung vom häuslichen Job-Arbeitsplatz und meiner Wohnung als Privatort.
Ich habe mir einen selbst gebastelten Paravent aufgestellt, den ich Abends immer weggeräumt habe.
Und: Ich habe vor allem morgens meine Wohnung verlassen, bin eine Viertel Stunde spazieren gegangen, um dann „hochoffiziell“ mein Büro zu betreten. Am Abend das gleiche: Raus aus dem Büro, ein Spaziergang rund um den Häuserblock und dann heimkommen ins Privatleben. Und da war ich dann auch sehr streng mit mir. Da hat es dann nichts mehr gegeben, das irgendetwas mit meinem Job zu tun hatte.
Das war wirklich sehr wirkungsvoll.
Insofern macht dieser „Geh-zur-Arbeit-Tag“ auch in Zeiten wie diesen Sinn.

Arschkarte und Schokomousse

So und dann hätten wir heute auch noch den „Tag der Arschkarte“. Der 3. April 1971 besitzt in der Geschichte der deutschen Fußball-Bundesliga historische Bedeutung. Denn an diesem Tag zeigte der Schiedsrichter Wilfried Hilker erstmals einem Spieler die rote Karte.
Warum der Begriff Arschkarte? Einfach erklärt: Um Verwechslungen zu vermeiden, tragen Schiedsrichter die Gelbe Karten in ihrer Brusttasche, bewahren die Roten Karte hingegen in der Gesäßtasche auf.

So, jetzt wünsche ich euch allen, dass ihr heute keinen Arschkartentag habt.
In Zeiten wie diesen ist vielleicht auch eher der „Tag der Schokoladen Mousse“ angesagt. Der wird nämlich in Amerika auch am 3. April gefeiert.
Wobei: Da wäre es wiederum ratsam, den „Geh-zur-Arbeit-Tag“ Ernst zu nehmen und als Ausgleich zum Schokomousse (natürlich allein und in genügender Distanz zu den Mitmenschen) einige Runden um den Häuserblock zu drehen.
Und wer weiß, vielleicht findet ihr dabei auch einen Regenbogen.

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Mehr zu den erwähnten Göttinnen:

Aida-Wedo 
Anuenue
Estsanatlehi 
Iris

Julunggul 
Kunapipi
Mbaba Mwana Waresa
Oxumare
Oya 

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Bildquellen:
alle Göttinnen-Bilder – artedea.net
dark-chocolate-1486299_1920 / sidharawat / pixabay.com

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