Heute: Weltbienentag!

Was wären wir ohne die Bienen?
Um auf sie und vor allem auf den starken Rückgang der Bienenpopulation und den erforderlichen Schutz dieser Insekten aufmerksam zu machen, gibt es seit dem Jahr 2018 jeweils am 20. Mai den Weltbienentag.
Und tatsächlich: Eine Welt ohne Bienen ist undenkbar.

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die gesamte Natur und damit auch für uns Menschen und für unser Überleben, denn unsere Ernährung hängt von der Bestäubungsleistung der Biene ab.
Weltweit müssen wir jedoch ein enormes Bienensterben verzeichnen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Die Zerstörung von Lebensräumen zählt neben den zunehmenden Monokulturen in der Landwirtschaft sowie dem Pestizideinsatz zu den größten Faktoren. Die Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer seltener, da Flächen versiegelt und Totholz entfernt wird. So stehen rund 300 von 560 Wildbienenarten in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Lehrmeisterinnen für Sozialverhalten und Technik

Doch nicht nur die Bedeutung für die Bestäubung und damit den Fortbestand der Natur ist wichtig. Kaum ein Tier begleitet die Entwicklung der Menschen so lange wie die Biene. Ihre Bauwerke und ihr Sozialverhalten in matriarchalen Gesellschaften sind herausragend und dienen als Modelle für modernes Zusammenleben und regen Innovationen in Technik und Informatik an. Die Wabenbauweise der Bienen ist aus Flug- und Fahrzeugbau nicht mehr wegzudenken. Die hocheffiziente Sammelweise der Arbeiterinnen eines Bienenvolks ist beispielsweise Vorbild in Logistikprozessen, Computerprogrammen und sozialen Netzwerken.
Was sagen uns die Bienen in Hinblick auf Gesellschaftsstruktur? Jede Honigbiene hat die Potenz zur Königin. Im matriarchalen Klan des Bienenhaus gibt Wächterinnen, Prinzessinnen, Tänzerinnen und die Sucherinnen. Das beobachten Menschen schon seit Jahrtausenden und das macht auch einen großen Teil der Faszination aus, von der bereits alte Mythen berichten. Bienen gelten auch als die einzigen Haustiere unter den Insekten.

Die Biene als Göttin

Und natürlich gibt es auch Bienengöttinnen. Sehr bekannt ist hier Mellonia. Dem Mythos nach versteckte und beschützte die Biene Melissa auf Kreta den jungen Zeus vor seinem Vater Chronos, der ihn ja auffressen wollte. Sie ernährte ihn mit Honig und Milch der Ziegengöttin Amaltheia.
Als Zeus erwachsen war, machte er aus Dankbarkeit Melissa zur Göttin Mellonia.
Mellonia wird oft als Göttin dargestellt, deren schwangerer Bauch die Form eines Bienenstocks hat. Bienen werden auch oft als Priesterinnen der Demeter und Artemis angesehen.
Als Göttin des Honigs schenkt Mellonia Süße. Im Altertum war die Bienenzucht sehr verbreitet, da man vor Gewinnung des Zuckers keinen anderen Süßstoff kannte.

Auch im Mythos der hethitische Urgöttin Hannahanna spielen Bienen eine bedeutende Rolle. Sie sind Hannahannas ganz besonderen Schutztiere, die ihr dabei helfen, die Fruchtbarkeit der Natur zu gewährleisten. Sie sandte einen Bienen-Suchtrupp aus, um den Vegetationsgott Telipinu, der sich in tiefem Schlaf befand, zu finden und aufzuwecken. Die Bienen waren erfolgreich und stachen ihn solange, bis er aufwachte. Es handelt sich dabei um einen klassischen Winter- und Frühlings-Übergangsmythos, bei dem der Vegetationsgott durch die Biene der Göttin befruchtet und wieder neu zum Leben erweckt wird.
Bienen sind auch die heiligen Tiere der Yoruba-Göttin Oshun, die für Schönheit, Reichtum und Glück steht. Es heißt, Honig (das flüssige Gold) darf auf keinen Fall auf ihrem Altar fehlen. Sie selbst erscheint meist in diesem schönen satten Goldgelb der Bienen.

Und Nantosuetta, die gallische Fruchtbarkeitsgöttin, wird auch immer wieder (speziell auf Grabsteinen) mit einer Bienenwabe dargestellt, Bienen sind ihre ganz besonderen Schutztiere, die ihr dabei helfen, die Fruchtbarkeit der Natur zu gewährleisten. Diese Darstellung auf Grabsteinen besagt offenbar, dass die Menschen in der AhnInnenwelt wiedergeboren werden.

Mehr zu den erwähnten Göttinnen:
Amaltheia
Artemis
Demeter
Hannahanna 
Mellonia
Nantosuetta
Oshun


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Bildquellen:
blossom-g310da0573_1920 / Sven Lachmann / pixabay.com
bees-g40d8bcbce_1920 / PollyDot / pixabay.com
Mellonia/ artedea.net

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Eine Antwort zu Heute: Weltbienentag!

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