Maria und Astraea – warum kommen beide am 15. August in den Himmel?

Maria wird also im Himmel aufgenommen, exakt am 15. August, der schon lange als der „Große Frauentag“ gefeiert wurde.
In der Bibel steht davon gar nichts. Nicht nur, weil Maria ohnehin in der Heiligen Schrift des Christentums sehr selten vorkommt. Sondern auch, weil diese Himmelfahrt natürlich eine erfundene Geschichte ist, die wie so oft, die Tradition einer viel älteren Göttin überdecken sollte.
Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wurde erst 1950 von Papst Pius XII. als Dogma verkündet.
Seinen Ursprung hat dieses Fest bei Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert, der es eingeführt und bewusst auf den 15. August gelegt hat, jener Tag, an dem damals die Feier der Himmelfahrt der Göttin Astraea stattgefunden hat.
Diese galt als jungfräuliche Göttin und Vergil spricht im Zusammenhang mit ihr von der Geburt eines Kindes, eines Heilsbringers.


Astraea verkörpert in der griechisch-römischen Mythologie die reine Jungfrau, die nach dem Anbrechen des dritten, eisernen (und schlechtesten) Zeitalters die Welt verlässt und sich im Sternbild der Jungfrau am Himmel verewigt.
Die Rückkehr Astraeas auf die Erde soll den Wiederanbruch des goldenen Zeitalters einleiten, in ihrer Person konzentriert sich also, ebenso wie in der Marias, die Hoffnung auf eine bessere Welt – und die Erlösung. Ebenso wie Astraea wurde auch Maria physisch in den Himmel „entrückt“. Allerdings ist es im Falle der Astraea kein friedliches in den Himmel berufen werden, sondern gleicht eher einer Flucht vor Gesetzlosigkeit und Chaos. 

Warum ist der Körper im Himmel so wichtig?

Maria und ihr Sohn Jesus sind die einzigen beiden Menschen, die körperlich in den Himmel aufgenommen wurden. Also nicht nur deren Seelen. Im Gegensatz zu Jesus, dessen Auffahrt in den Himmel an Christi Himmelfahrt gefeiert wird, ist Maria jedoch nicht in den Himmel aufgefahren sondern wurde aufgenommen. Jesus war also bei seiner Himmelfahrt proaktiv, Maria wurde emporgehoben.
Warum ist diese körperliche Aufnahme so wichtig? Diese zeigt an, dass sowohl Maria wie auch Jesus ein durch und durch sündenfreies Leben geführt haben. Eigentlich wäre diese leibliche Aufnahme in den Himmel laut christlicher Lehre nur Jesus zugestanden. Aber dann wäre dies ein Hinweis darauf gewesen, dass Maria doch irgendwann einmal gesündigt hätte. Und das wäre für die Mutter des Erlösers natürlich gänzlich undenkbar. Also entschied man sich dafür, dass auch Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist und das macht sie ihrem Sohn allerdings aber auch durch und durch ebenbürtig. Daher auch der kleine Unterschied von aktivem Auffahren und passivem aufgenommen Werden. Irgendwie muss da doch etwas anders sein. Stellt sich die Frage, was hochwertiger ist. Vielleicht doch nicht das kecke Hinauffahren, sondern das gnadenreiche aufgenommen Werden. Doch wir wollen uns an dieser Stelle nicht mit den Kirchenvätern den Kopf über solch theologische Spitzfindigkeiten zerbrechen.

Darüber hinaus ist es mit der leiblichen Aufnahme sowohl Mutter wie auch Sohn möglich, unmittelbar und zügig wieder auf die Erde zurückzukommen.
Oder zumindest den Menschen in einer leiblichen Gestalt zu erscheinen. Dieses Phänomen gibt es ja vielfach bei den Marienerscheinungen. Nie jedoch bislang bei Jesus.
Warum? Wenn Jesus wieder auf die Erde zurückkommt, dann bedeutet das die Apokalypse, den Weltuntergang. Daher ist es gut, wenn der mal schön im Himmel verbleibt.
Wie praktisch allerdings, dass das bei Maria nicht der Fall ist und Jesus daher immer wieder mal die Frau Mama auf die Erde schicken kann, damit diese irgendwas verkündigt.

Mitleid und Mitfreude

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die buddhistische und taoistische Göttin Kwan Yin.
Diese wird oft mit Maria der christlichen Tradition verglichen, sie wird jedoch von weitaus mehr Menschen verehrt und ist im Gegensatz zu Maria eine Bodhisattva, also Wesen, welches bereits erleuchtet ist, aber den Eingang ins Nirvana (vergleichbar mit dem Paradies) solange zurückstellt, bis alle Wesen die Erleuchtung gefunden haben. Maria hingegen hat ja die Welt verlassen weilt im Himmel. Ja natürlich kann sie angebetet werden, wenn sie da droben sitzt und eventuell erscheint sie auch alle „heiligen Zeiten“ mal.
Dass alle Wesen Erleuchtung finden, das ist im christlichen Glauben nicht wichtig bzw. erwünscht und daher auch nicht der Job von Maria.
Kwan Yin hingegen hat bereits den ewigen Kreislauf der Reinkarnationen und die damit verbundenen Leiden überwunden. Sie ist frei von Karma und kommt freiwillig immer wieder, damit die Menschen die Liebe zu allem, was in ihnen selbst ist, wieder finden.
Dies tut Maria nicht. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff des „Mitgefühls“ interessant, Kwan Yin gilt ja als die Verkörperung des Mitgefühls. Und dies beinhaltet nicht nur Mitleid, sondern auch die Mitfreude, ist also nicht auf Leid beschränkt.
Kwan Yin hat daher gegenüber den gängigen mütterlich-besorgten-mitleidenden Marien-Darstellungen eine fröhliche, freudige und spielerisch-leichte Energie.

Aber in ihrer Rolle ist sie durchaus vergleichbar mit jener, die Maria in der christlichen (vor allem katholischen) Welt hat. Frauen haben oft ein Bedürfnis sich an eine andere Frau zu wenden — an eine, der sie vertrauen können. Eine, die Bedürfnisse und Wünsche von Frauen kennt. Sowohl Kwan Yin wie auch Maria sind dafür sehr gut geeignet. Und deshalb wurde die in der Bibel eher unbedeutende Maria in der katholischen Lehre auch so prominent. Denn ohne die weiblich-mütterliche Energie tut sich eine Religion halt schon sehr schwer, sympathisch und vertrauenserweckend rüberzukommen.

Ja, und deshalb feiern Frauen auch die alten Muttergöttinnen und dies besonders an diesem 15. August, an dem die Erde noch so prall von Sommerenergie ist und sich die Erdgöttin mit all ihren Früchten und Kräutern so reichlich verschenkt.
An diesem Tag beginnt auch die magische Zeit der sogenannten „Frauendreißigst“.
Mehr dazu findet sich im artedea-eBook „Frauen­drei­ßigst – Die hohe Zeit der starken Frauenkraft“.
Dies könnt ihr HIER herunterladen. Es ist kostenlos.

Mehr Informationen zu den erwähnten Göttinnen:
Astraea 
Kwan Yin
Maria 

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Eine Antwort zu Maria und Astraea – warum kommen beide am 15. August in den Himmel?

  1. Roswitha Haala schreibt:

    Andrea 😉 :“(…) vielfach bei den Marienerscheinungen.“ Hat ihren Grund 😉 „Nie jedoch bislang bei Jesus. Warum? Wenn Jesus wieder auf die Erde zurückkommt, dann bedeutet das die Apokalypse, den Weltuntergang. Daher ist es gut, wenn der mal schön im Himmel verbleibt.“ Warum? 😉 Weil Jesus „seine“ Lektion gelernt hat und vielleicht wieder als ganze Frau auf die Welt kam. Die erkennt nieMANd und das ist auch gut so. 😉 Als ganze Frau zurück, weil die „männliche“ Identifikationsmöglichkeit der Jesus-Inkarnation auch nicht sooo viel brachte. 😉 Der „Weltuntergang“ ist nichts anderes als der Untergang der weltweiten Patriarchate. Das „Wie?“ kann Gewalt oder Gewaltlosigkeit, Lebensraumzerstörung (s. Klimawandel) oder Lebensraumerhalt für alle Wesen, bedeuten. „Menschliche“ Ent-Scheidungen. Aber, der Untergang der Patriarchate findet folgerichtig statt. Und: Mitgefühl sollte nie in Co-Abhängigkeit ausarten. Liebe Grüße!

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